Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

PCO-Syndrom

Fettpölsterchen am Bauch: Frauen mit PCO-Syndrom sind stärker betroffen

Original Titel:
Study of visceral and subcutaneous abdominal fat thickness and its correlation with cardiometabolic risk factors and hormonal parameters in polycystic ovary syndrome

DGP – Die Ergebnisse verdeutlichen, dass PCOS-Patientinnen mehr Viszeral- und Unterhautfettgewebe hatten als gesunde Frauen – unabhängig vom BMI beziehungsweise Gewicht. Dabei zeigte sich, dass der Hormonhaushalt in Wechselwirkung zum Viszeralfett steht. Vor allem aufgrund des Viszeralfettes könnte das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht sein.


Viele Frauen mit PCO-Syndrom leiden auch an Übergewicht oder Adipositas (Fettleibigkeit). Dabei ist Fett jedoch nicht gleich Fett. Vor allem Fett am Bauch wird als negativ angesehen. Eine Studie aus Indien untersuchte jetzt Bauchfett bei Patientinnen mit PCO-Syndrom.

Der BMI berücksichtigt nicht die Verteilung von Fettgewebe

Übergewicht wird häufig durch dem BMI (Body Mass Index) bestimmt. Dieser bestimmt das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Er berücksichtigt jedoch nicht, wo das Fettgewebe sitzt. Dabei stellt Bauchfett eine größere Gefahr für die Gesundheit dar als Fett beispielsweise an den Hüften.

Viszerales Fettgewebe ist hormonell aktiv

Man unterscheidet das viszerale, auch intraabdominale Fett, das die inneren Organe umgibt, und das Unterhautfettgewebe am Bauch. Das viszerale Fett muss sich optisch gar nicht zeigen – auch schlanke Menschen können unter viel Viszeralfett leiden. Das Unterhautfettgewebe hingegen sitzt direkt unter der Haut. Das viszerale Fett ist weitaus stärker hormonell aktiv als das Unterhautfettgewebe. Es produziert Hormone, erhöht so den Appetit und steigert das Diabetesrisiko. Außerdem lässt es die Blutfettwerte steigen. Dadurch beeinflusst Bauchfett auch die Gesundheit der Gefäße und des Herzens.

Frauen mit PCO-Syndrom hatten stärker ausgeprägtes Viszeral- und Unterhautfettgewebe

Die Wissenschaftler untersuchten jetzt 58 Frauen mit neu diagnostiziertem PCO-Syndrom. Zum Vergleich zogen sie 40 etwa gleichaltrige gesunde Frauen mit einem ähnlichem BMI und einem normalen Zyklus heran. Neben Blutuntersuchungen wurde auch die Dicke des Fettgewebes mit einem Ultraschall bestimmt.

Frauen mit PCO-Syndrom hatten höhere Konzentrationen an männlichen Hormonen, einen höheren Entzündungswert CRP und ein höheres Level an Insulinresistenz. Insulinresistenz ist eine Vorstufe zu Diabetes und gibt Hinweise auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel. Bei Frauen mit PCO-Syndrom war sowohl das Unterhautfettgewebe als auch das Viszeralfett stärker ausgeprägt als bei den gesunden Frauen – obwohl der BMI sehr ähnlich war. Bei den PCOS-Patientinnen konnte eine Wechselbeziehung zwischen dem Viszeralfett und verschiedenen Hormonen gesehen werden. Umso mehr Viszeralfett die Patientinnen hatten, umso höher war auch das Gesamttestosteron. Gleichzeitig war die Konzentration des Dehydroepiandrosteron, der Vorstufe für männliche und weibliche Geschlechtshormone, niedriger.

Viszeralfett könnte das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass PCOS-Patientinnen mehr Viszeral- und Unterhautfettgewebe hatten als gesunde Frauen – unabhängig vom BMI beziehungsweise Gewicht. Dabei zeigte sich, dass der Hormonhaushalt in Wechselwirkung zum Viszeralfett steht. Vor allem aufgrund des Viszeralfettes könnte das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht sein. Durch einen einfachen und günstigen Ultraschall könnte Viszeralfett daher bei Frauen mit PCO-Syndrom identifiziert werden und Frauen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen identifiziert werden.

© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de

Referenzen:

Jena D, Choudhury A, Mangaraj S, Singh M, Mohanty B, Baliarsinha A. Study of visceral and subcutaneous abdominal fat thickness and its correlation with cardiometabolic risk factors and hormonal parameters in polycystic ovary syndrome. Indian J Endocrinol Metab. 2018;22(3):321. doi:10.4103/ijem.IJEM_646_17.