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Neuer Wirkstoff bei Psoriasis-Arthritis für die Basistherapie

Original Titel:
Efficacy and safety of filgotinib, a selective Janus kinase 1 inhibitor, in patients with active psoriatic arthritis (EQUATOR): results from a randomised, placebo-controlled, phase 2 trial

DGP – Die Wissenschaftler bewerten den Einsatz von Filgotinib bei Psoriasis-Arthritis als wirksam und sicher. Der Wirkstoff ist jedoch noch nicht zugelassen.


Filgotinib ist ein potenzieller neuer Wirkstoff, der sich schon bei der rheumatoiden Arthritis in Studien als wirksam erwiesen hat. Eine Studie aus den USA, Großbritannien, Polen und der Ukraine untersuchte jetzt den Einsatz des Wirkstoffs bei Psoriasis-Arthritis.

Filgotinib ist ein Januskinase-Hemmer

Filgotinib gehört zur gleichen Wirkstoffklasse wie der schon auf dem Markt befindliche Januskinase-Hemmer Tofacitinib. Die Januskinase-Hemmer werden als Tablette eingenommen. Durch die Hemmung der Januskinase im Körper sollen die Botenstoffe des Immunsystems reguliert werden, die Entzündungen verursachen. Eine Basistherapie mit Januskinase-Hemmern soll die Krankheitsaktivität daher langfristig senken. Im Gegensatz zu Tofacitinib wirkt Filgotinib allerdings selektiver und hemmt nur die Januskinase 1. Dadurch könnte der Wirkstoff möglicherweise besser verträglich sein.

Die Studie untersuchte 131 Patienten mit Psoriasis-Arthritis

Die Studie umschloss 131 Patienten aus 7 europäischen Ländern. Die erwachsenen Patienten litten alle an mittelschwerer bis schwerer Psoriasis-Arthritis mit mindestens fünf geschwollenen und fünf schmerzempfindlichen Gelenken. Sie hatten schlecht auf die konventionellen Antirheumatika angesprochen. Einige Patienten nahmen ihr Medikament parallel zur Studie weiterhin ein.

80 % der Patienten unter Filgotinib zeigten eine Verbesserung von mindestens 20 %

Die Patienten erhielten entweder 200 mg Filgotinib oder ein Placebo einmal täglich als Tablette. Nach 16 Wochen wurde die Wirksamkeit bestimmt. 80 % der Patienten unter Filgotinib und 33 % der Placebo-Patienten erreichten eine Verbesserung von 20 % (ACR20). Etwas über die Hälfte der Patienten beider Gruppen berichteten von Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Entzündungen der oberen Atemwege. Jeweils ein Patient aus beiden Gruppen erlitt schwere Nebenwirkungen: in der Placebo-Gruppe kam es zu einer Hüft-Fraktur aufgrund eines Sturzes, in der Filgotinib-Gruppe verstarb ein Patient an einer Lungenentzündung.

Die Wissenschaftler bewerten den Einsatz von Filgotinib bei Psoriasis-Arthritis daher als wirksam und sicher. Weitere Studien sind allerdings notwendig, bis Filgotinib zugelassen werden kann.

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