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Risikoeinschätzung für einen erneuten Krankheitsschub – Bestimmte Marker im Stuhl vs. Bewertung der Darmschleimhaut

Original Titel:
Endoscopic score vs. fecal biomarkers for predicting relapse in patients with ulcerative colitis after clinical remission and mucosal healing

DGP – Da Colitis ulcerosa üblicherweise in Schüben verläuft, ist es wichtig, während einer Ruhephase das Risiko für einen erneuten Krankheitsschub einschätzen zu können. Während sich die Beurteilung der Darmschleimhaut hierfür nicht zu eignen schien, standen bestimmte Marker im Stuhl der Patienten mit einem erneuten Krankheitsschub im Zusammenhang. Somit könnten Stuhlproben dabei helfen, in Ruhephase erneute Krankheitsschübe vorauszusagen.


Bei dem Kampf gegen Colitis ulcerosa wird eine Behandlung als erfolgreich angesehen, wenn sie in der Lage ist, die Darmschleimhaut zu heilen oder bestimmte Marker im Stuhl der Patienten zu senken. Doch welches Ziel ist aussagekräftiger für den weiteren Krankheitsverlauf? Bei dem Erreichen welcher der Therapieziele ist die Prognose der Patienten besser?

Wissenschaftler untersuchten Stuhlproben und die Darmschleimhaut von Colitis ulcerosa-Patienten in einer Ruhephase

Wissenschaftler des Yokkaichi Hazu Medical Center in Japan untersuchten nun, wie gut sich die Beurteilung der Darmschleimhaut mithilfe einer Darmspiegelung und bestimmte Marker im Stuhl dazu eigneten, bei Patienten, die sich in einer Ruhephase der Erkrankung befanden, einen Krankheitsrückfall vorherzusagen. Hierzu untersuchten sie insgesamt 164 Colitis ulcerosa-Patienten, die sich in einer Ruhephase der Erkrankung befanden und bei denen die Darmschleimhaut unauffällig (Mayo endoscopic subscore, MES: 0) oder leicht gerötet war (MES: 1). Zu Beginn der Studie wurden von allen Patienten Stuhlproben genommen. Die Wissenschaftler untersuchten, wie hoch die Konzentration an Calprotectin, Lactoferrin und Hämoglobin im Stuhl eines jeden Patienten war. Anschließend wurden alle Patienten mit Mesalazin behandelt, um die Ruhephase der Erkrankung so lang wie möglich zu erhalten. Insgesamt wurden die Patienten 12 Monate lang von der Studie begleitet.

Minimale Veränderungen in der Darmschleimhaut erhöhten nicht das Risiko für einen Krankheitsschub

Innerhalb der 12 Monate flammte die Erkrankung bei 28 % der Patienten (46 Patienten) wieder auf. Verglichen die Wissenschaftler die Patienten, deren Darmschleimhaut komplett unauffällig war (MES 0), mit denen, die minimale Veränderungen in der Darmschleimhaut aufwiesen (MES 1), fiel auf, dass diese etwa gleich häufig von Krankheitsrückfällen betroffen waren (MES 0: 23 % vs. MES 1: 34 %). Der beobachtete Unterschied zwischen den beiden Patientengruppen war laut statistischen Analysen zufallsbedingt und konnte nicht auf den Zustand der Darmschleimhaut zurückgeführt werden. Der MES stand somit nicht mit dem Risiko für das Wiederauftreten der Erkrankung im Zusammenhang.

Stuhlproben konnten Krankheitsschübe voraussagen

Bei den verschiedenen Markern aus dem Stuhl der Patienten sah das hingegen anders aus. Bei den Patienten, die einen Krankheitsrückfall erlitten, waren die Werte der verschiedenen Marker zu Beginn der Studie höher als bei den Patienten, die von einem erneuten Auftreten der Erkrankung während der 12 Monate verschont blieben. Dies galt sowohl für Calprotectin (Krankheitsrückfall: 182 μg/g vs. kein Krankheitsrückfall: 94 μg/g) als auch für Lactoferrin (Krankheitsrückfall: 185,5 μg/g vs. kein Krankheitsrückfall: 111 μg/g) als auch für Hämoglobin (Krankheitsrückfall: 168 ng/ml vs. kein Krankheitsrückfall: 104 ng/ml). Von allen drei Markern eignete sich Calprotectin am besten dazu, einen erneuten Krankheitsschub vorauszusagen. Die Wissenschaftler fanden mit speziellen Analysen heraus, dass, wenn der Grenzwert auf 115 µg/g festgesetzt wird, 83 % der Patienten mit einem Krankheitsrückfall korrekt identifiziert werden können. Andererseits werden von allen Patienten ohne Krankheitsrückfall 81 % korrekt als diese erkannt.

Calprotectin, Lactoferrin und Hämoglobin im Stuhl der Patienten gaben somit Hinweise darauf, ob es nach dem Erreichen einer Ruhephase und der Heilung der Darmschleimhaut zu einem erneuten Krankheitsschub kam. Von diesen drei Proteinen eignete sich Calprotectin am besten für die Voraussage. Insgesamt erzielten alle drei Proteine im Stuhl bessere Ergebnisse bei der Vorhersage als die Bewertung der Darmschleimhaut mittels Darmspiegelung.

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