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KHK / Herzinfarkt

Beeinflusst eine Partnerschaft den Krankheitsverlauf von Herzinfarkt-Patienten?

Original Titel:
Marital status and outcomes after myocardial infarction: Observations from the Canadian Observational Antiplatelet Study (COAPT)

DGP – Hat eine Partnerschaft einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nach einem Herzinfarkt? Die Ergebnisse einer Studie aus Kanada sprachen dagegen. Patienten, die mit ihrem Lebensgefährten zusammenlebten, hatten nämlich ein vergleichbares Sterberisiko und ein vergleichbares Risiko für einen Schlaganfall, einen erneuten Herzinfarkt oder einer erneuten Maßnahme zur Wiederherstellung der Durchblutung wie Patienten, die nie verheiratet waren oder von ihrem ehemaligen Partner getrennt waren.


Das seelische Wohlbefinden hat einen großen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Sprüche wie „vom Herzen kommen“ oder „etwas auf dem Herzen haben“ kommen nicht von ungefähr. In einer erst kürzlich erschienenen Studie konnten Forscher zeigen, dass Personen, die sozial isoliert lebten oder sich einsam fühlten, ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten. Sozial isoliert lebende Menschen hatten außerdem nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall ein größeres Sterberisiko. Menschen, die sich einsam fühlten – also Menschen, die ihre sozialen Kontakte als unzureichend empfanden – hatten hingegen kein erhöhtes Sterberisiko (Studie von Hakulinen und Kollegen, 2018 in der medizinischen Fachzeitschrift Heart veröffentlicht). Doch wie sieht das mit einer Partnerschaft aus? Hat diese einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nach einem Herzinfarkt?

Forscher teilten Herzinfarkt-Patienten nach ihrem Familienstand in verschiedene Gruppen ein

Dies wollten nun Wissenschaftler aus Kanada herausfinden. Sie untersuchten zu diesem Zweck die Daten von 2100 Herzinfarkt-Patienten, die sich einer Ballonkatheter-Behandlung unterzogen hatten. Nach dem Familienstand teilten sie die Patienten in drei verschiedene Gruppen ein: 1. Patienten, die mit einem Ehepartner oder Lebensgefährten zusammenlebten (1519 Patienten, 72,3 %); 2. Patienten, die nie verheiratet waren (223 Patienten, 10,6 %); 3. Patienten, die geschieden, getrennt oder verwitwet waren (358 Patienten, 17,1 %). Die Patienten wurden 15 Monate lang begleitet. Die Wissenschaftler protokollierten, wie häufig es bei welcher Gruppe in diesem Zeitraum zu dramatischen Folgeereignissen kam. Dazu zählten ein erneuter Herzinfarkt, Schlaganfall, erneute Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchblutung und Tod.

Der Partnerschaftsstatus wirkte sich nicht auf den Krankheitsverlauf von Herzinfarkt-Patienten aus

Der Vergleich zwischen den drei Patientengruppen zeigte, dass sich die Therapie mit zwei Thrombozyten-Aggregations-Hemmern, die nach einer Ballonkatheter-Behandlung und der Einbringung von Gefäßstützen standardmäßig durchgeführt wird, nicht zwischen den Patientengruppen unterschied. Und auch das Risiko für die genannten dramatischen Folgeereignisse war unabhängig von dem Familienstand der Patienten. So waren 12,7 % der Patienten, die mit ihrem Partner zusammenlebten, von einem solchen Ereignis betroffen, während es bei Patienten, die niemals verheirateten war, bei 13,9 % und bei Patienten, die sich von ihrem Partner getrennt hatten oder deren Partner verstorben war, bei 14,3 % der Fall war. Die beobachteten Unterschiede waren statistischen Analysen zufolge zufallsbedingt. Sie konnten somit nicht auf den Partnerschaftsstatus zurückgeführt werden. Bei den statistischen Analysen wurden die Patientengruppen so angeglichen, dass sie mit Ausnahme der Partnerschaft in möglichst vielen Eigenschaften übereinstimmten.

Es konnten ebenfalls keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden, wenn die Ereignisse einzeln betrachtet wurden. So war z. B. das Sterberisiko für alle Herzinfarkt-Patienten nahezu gleich und somit unabhängig davon, ob der Patient mit einem Lebensgefährten zusammenlebte oder nicht.

Der Krankheitsverlauf innerhalb von 15 Monaten nach einem Herzinfarkt schien somit unabhängig von dem Partnerschaftsstatus des Betroffenen zu sein. Patienten, die mit ihrem Lebensgefährten zusammenlebten, hatten ein ähnliches Sterberisiko und ein ähnliches Risiko für einen Schlaganfall, einen erneuten Herzinfarkt oder einer erneuten Maßnahme zur Wiederherstellung der Durchblutung wie Patienten, die nie verheiratet waren oder von ihrem ehemaligen Partner getrennt waren.

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