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Migräne

Migräne in der Notaufnahme: Nicht-invasive Behandlung mit Prochlorperazin vergleichbar wirksam zur intravenösen Behandlung

Original Titel:
Buccally absorbed vs intravenous prochlorperazine for treatment of migraines headaches.

DGP – Insgesamt zeigte sich die Anwendung von Prochlorperazin im Mundraum als wirksame, nicht invasive Behandlung für akute Migräne in der Notaufnahme im Vergleich zur intravenösen Behandlung. In dieser Untersuchung konnten keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Anwendungen festgestellt werden. Entsprechend könnte die nicht invasive Methode eine weitere Behandlungsoption bei akuter Migräne sein.


Prochlorperazin ist ein mögliches Notfallmedikament bei Migräne. Man kann es in der Notaufnahme intravenös bekommen. Besser wäre natürlich, wenn man das Mittel auch nicht invasiv, also ohne Spritze oder intravenösen Zugang, bekommen könnte. Aber ist das auch machbar und wirksam? Um dies zu ermitteln, wurde nun im Mundraum aufgenommenes Prochlorperazin mit intravenös verabreichtem Prochlorperazin zur akuten Behandlung einer Migräne verglichen.

Prochlorperazin gegen akute Migräne in der Notaufnahme: typischerweise intravenös

Patienten zwischen 18 und 65 Jahren wurden in der Notaufnahme eines städtischen Krankenhauses mit Migräne vorstellig. Die Patienten wurden zufällig (randomisiert) entweder mit Prochlorperazin für den Mundraum (6 mg) und einem intravenösen Placebo (Mundgruppe) oder intravenösem Prochlorperazin (10 mg) und einem Placebo für den Mund (IV-Gruppe) behandelt. Weder die Patienten noch die behandelnden Ärzte wussten jeweils, auf welche Weise ein Patient den eigentlichen Wirkstoff erhielt (Doppelblindverfahren). Mit einer visuellen Analogskala, einer Art Schmerzlineal (maximal 100 mm), sollten die Patienten die Stärke ihrer Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit anzeigen.

Migränesymptome auf dem Schmerzlineal anzeigen nach intravenös oder im Mund

Insgesamt nahmen 79 Patienten zwischen Ende 2016 und Ende 2017 an der Studie teil. Darunter waren 60 Frauen und 19 Männer, im durchschnittlichen Alter von 38 Jahren. Anfänglich litten die Patienten in beiden Gruppen unter vergleichbar starken Schmerzen: die Mundgruppe schätzte den Schmerz auf der Skala auf im Schnitt 78,5 mm ein, die IV-Gruppe auf 76,9 mm. Bei beiden Gruppen machte sich das Medikament bemerkbar und unterschied sich in seiner Wirkung kaum zwischen Mund- und IV-Gruppe. Über 60 Minuten sank der Schmerz in der im Mund behandelten Gruppe um durchschnittlich -54,9 mm, in der intravenös behandelten Gruppe dagegen im Schnitt um -66,7 mm. Da es auch Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten gab und entsprechend unterschiedlich starke Wirkungen, unterschieden sich die beiden Gruppen statistisch nicht klar voneinander. Ebenso waren keine Unterschiede in Übelkeit und Sedierung oder Benommenheit zu verzeichnen. Bei neun Patienten in der Mund-Gruppe musste mit einem weiteren Medikament nachgeholfen werden, um die Migräne zu stoppen. In der IV-Gruppe war das nur bei einem Patienten der Fall. Dagegen berichteten 5 Patienten der IV-Gruppe von möglichen Nebenwirkungen, nämlich Symptomen einer Akathisie (Sitzunruhe) – in der Mund-Gruppe gab es keinen solchen Vorfall.

Nicht-invasive Behandlung vergleichbar wirksam zur intravenösen Behandlung

Insgesamt zeigte sich damit die Anwendung von Prochlorperazin im Mundraum als wirksame, nicht invasive Behandlung für Migräne im Vergleich zur intravenösen Behandlung. In dieser Untersuchung konnten keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Anwendungen festgestellt werden. Entsprechend könnte die nicht invasive Methode eine weitere Behandlungsoption bei akuter Migräne sein.

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