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Äpfel mit Birnen vergleichen: Fettpolster am Rumpf erhöhen auch bei normalgewichtigen Frauen das Herz-Kreislauf-Risiko

Original Titel:
Association between regional body fat and cardiovascular disease risk among postmenopausal women with normal body mass index

DGP – Die Körperfettverteilung wirkt sich auch bei normalgewichtigen Frauen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. So hatten laut der vorliegenden Studie Frauen eine größeres Herz-Kreislauf-Risiko, wenn sie bezüglich ihrer Körperform zum Apfel-Typ – also mehr Fett im Rumpf und weniger in den Beinen – zählten.


Apfel oder Birne? Diese Frage bezieht sich nicht immer auf die Ernährungsvorlieben. Manchmal kann sie auch auf den Körperbau abzielen. Als Apfel-Typ wird ein Körper bezeichnet, der am Rumpf rundlicher und an den Beinen schmaler ist. Bei dem Birnen-Typ verhält es sich andersrum. Hier sind die meisten Fettpölsterchen in den Beinen zu finden und weniger im Rumpf. Dass sich Übergewicht schlecht auf die Gesundheit auswirkt, ist allseits bekannt. Doch nicht nur die Menge an Körperfett, sondern auch dessen Verteilung scheinen eine Rolle zu spielen. Wissenschaftler aus den USA untersuchten, wie sich die Verteilung des Körperfettes bei normalgewichtigen Frauen nach der Menopause auf deren Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirkte.

Wissenschaftler untersuchten die Körperfettverteilung von normalgewichtigen Frauen

Die Wissenschaftler untersuchten 2683 Frauen nach der Menopause, die laut BMI (Body Mass Index) normalgewichtig waren (18,5 bis 25 kg/m2) und zu Beginn der Studie unter keiner Herz-Kreislauf-Erkrankung litten. Die Hälfte der Frauen wurde länger als 17,9 Jahre lang begleitet. Die Wissenschaftler untersuchten, wie häufig in diesem Zeitraum Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten und ob diese mit der Verteilung des Körperfetts zusammenhingen. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählten die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall.

Viel Fett am Rumpf und wenig Fett in den Beinen erhöhte das Herz-Kreislauf-Risiko

Während der Beobachtungszeit erkrankten 291 Frauen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Wenn die Frauen so angeglichen wurden, dass sie in ihrem Lebenstil und in klinischen Faktoren möglichst übereinstimmten, konnte kein Zusammenhang zwischen dem Herz-Kreislauf-Risiko und dem Gesamt-Körperfett (in kg) gefunden werden. Das gleiche galt auch für den Körperfettanteil (in %). Wurde jedoch die Lage des Körperfetts betrachtet, sah das anders aus. Frauen, deren Körperfett zu einem höhen Anteil am Rumpf lag, hatten ein höheres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Frauen, bei denen an dieser Stelle nur wenig Körperfett zu finden war. Anders war es hinsichtlich der Beine. Hier hatten die Frauen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn mehr von ihrem Körperfett in den Beinen lag. Besonders hoch war das Risiko für die Frauen, auf die beide Risikofaktoren zutrafen – also mit einem hohen Körperfettanteil am Rumpf und einem niedrigen Körperfettanteil in den Beinen, was gemeinhin als Apfel-Typ bezeichnet wird.

Bezüglich des Herz-Kreislauf-Risikos von normalgewichtigen Frauen nach der Menopause schien es somit eine Rolle zu spielen, wie ihr Körperfett im Körper verteilt war. Frauen, die viel Körperfett am Rumpf, aber dafür wenig in den Beinen aufwiesen (Apfel-Typ), hatten ein höheres Risiko für KHK, Herzinfarkt und einen Schlaganfall. Auch normalgewichtige Frauen sollten somit auf ihre Fettpölsterchen achten.

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