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Retinale Migräne? Vielleicht nicht

Original Titel:
A case report of isolated orbital vasculitis mimicking retinal migraine: A potential cause of recurrent transient monocular blindness and ipsilateral headache

DGP – Eine isolierte entzündliche Erkrankung der Blutgefäße des Auges kann nach diesem Fallbericht auch wie eine retinale Migräne erscheinen. Wenn also das Auge in Episoden erblindet, sollte statt an eine retinale Migräne auch an mögliche entzündliche Ursachen gedacht werden, die eventuell nur mit hochauflösenden Verfahren sichtbar gemacht werden können.


Manche Fälle von ungewöhnlichen Migränesymptomen sind eventuell gar keine – demonstrierten Kliniker nun in einem Fallbericht. Darin ging es erst einmal um die retinale Migräne, bei der eine wiederkehrende Erblindung eines einzelnen Auges auftreten kann. Typischerweise ist dieses Symptom gepaart mit den klassischen Migräne-Kopfschmerzen.

Blind auf einem Auge und Migränekopfschmerz: retinale Migräne

Die südkoreanischen Ärzte aus Neurologie, Ophthalmologie und Radiologie berichten von einer 47-jährigen Frau, die wegen vorübergehender Erblindung eines Auges im Krankenhaus vorstellig wurde. Die Symptome traten seit 15 Monaten auf und verschwanden nach der Attacke wieder vollständig. Die Erblindung war begleitet von einseitigen Kopfschmerzen.

Fallstudie beschreibt die Symptome, Diagnose und den Therapie-Werdegang einer Patientin

Bildgebende Verfahren sowie Untersuchungen von Herz und Auge waren normal. Daher stellte der behandelnde Arzt die Diagnose der retinalen Migräne und verschrieb eine Migräneprophylaxe. Mit dieser Behandlung (Topiramat und Propranolol) verschwanden die Symptome für 8 Monate. Schließlich wurde die Prophylaxe abgesetzt – drei Monate später traten die Symptome wieder auf. Nun wurde allerdings ein hochauflösendes bildgebendes Verfahren angewandt, mit dem die Wände der Blutgefäße im Kernspintomographen dargestellt werden konnten. Dabei zeigten sich Auffälligkeiten der Blutgefäße im Auge, die für eine lokale orbitale Vaskulitis sprachen. Eine solche entzündliche Erkrankung der Blutgefäße im Auge kann mit Kortison und ähnlichen Wirkstoffen behandelt werden. Diese Therapie, eine sogenannte Steroid-Pulstherapie, also kurze, hochdosierte Behandlung, erreichte die komplette Symptomfreiheit bei der Patientin.

Einseitig Kopfschmerz und vorübergehend erblinden muss nicht retinale Migräne sein

Eine isolierte entzündliche Erkrankung der Blutgefäße des Auges kann demnach auch wie eine retinale Migräne erscheinen. Wenn also das Auge in Episoden erblindet, sollte statt an eine retinale Migräne auch an mögliche entzündliche Ursachen gedacht werden, die eventuell nur mit hochauflösenden Verfahren sichtbar gemacht werden können.

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