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Soziale Medien zur Unterstützung beim Umgang mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

Original Titel:
Social Media Use and Preferences in Patients With Inflammatory Bowel Disease

DGP – Viele Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa nutzten die sozialen Medien, um an krankheitsrelevante Informationen zu gelangen oder diese bereitzustellen. Dies war das Ergebnis der vorliegenden Studie. Die Studie deckte jedoch auch Probleme der sozialen Medien auf. Viele Patienten hatten nämlich Bedenken, was die Vertrauenswürdigkeit der Informationen und die Diskretion anging.


Soziale Medien sind für viele nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Sie werden für alles Mögliche verwendet, sei es, um Rezepte zu finden, die nächste Veranstaltung zu planen oder einfach, um sich mit anderen auszutauschen. Doch auch für den Umgang mit chronischen Erkrankungen könne soziale Medien hilfreich sein. Doch wie häufig nutzen Patienten mit einer chronischen Darmentzündung die sozialen Medien für den Umgang mit ihrer Erkrankung? Dies untersuchten nun Wissenschaftler aus den USA.

Wissenschaftler befragten fast 2000 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung zu ihrem Umgang mit den sozialen Medien

Die Wissenschaftler befragten 1960 Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zum Gebrauch von sozialen Medien. Dabei interessierte sie vor allem, ob sie diese nutzten, um an krankheitsrelevante Informationen zu kommen oder solche zu verbreiten. Des Weiteren untersuchten die Wissenschaftler, welche Faktoren die Nutzung der sozialen Medien zur Krankheitsbewältigung beeinflussten.

Viele Patienten nutzten die sozialen Medien, um an krankheitsrelevante Informationen zu kommen oder diese bereitzustellen

Die meisten Befragten berichteten, dass sie täglich 30 bis 60 Minuten Zeit in den sozialen Medien verbrachten. Facebook war dabei die am häufigsten besuchte Seite. Etwa jeder dritte Patient (32 %) war der Ansicht, dass sie sozialen Medien nützlich für den Umgang mit der Erkrankung sein könnten. Genauso viele Patienten (32 %) hatten die sozialen Medien mindestens einmal in der vergangenen Woche dazu verwendet, um Informationen zu chronischen Darmentzündungen zu erhalten oder bereitzustellen. Die meisten Befragten fanden, dass die sozialen Medien dazu verwendet werden sollten, mit Organisationen, die sich mit chronischen Darmentzündungen befassen, in Kontakt zu kommen und Informationen zu den Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu erhalten.

Viele Patienten hatten Bedenken gegenüber sozialen Medien

Bedenklich war jedoch, dass sich die Hälfte der Befragten nicht befähigt fühlte, die Qualität der Informationen, die online zur Verfügung gestellt werden, einzuschätzen. Somit wurde gleich ein Problem, welches mit den sozialen Medien in Verbindung gebracht wurde, deutlich. Die Befragten hatten nämlich Bedenken, was die Vertrauenswürdigkeit der Informationen anging. Ein anderes Problem war, dass die Patienten um ihre Privatsphäre bzw. Diskretion besorgt waren.

Welche Patienten nutzen die sozialen Medien für den Umgang mit ihrer Erkrankung?

Die Wissenschaftler fanden Faktoren, die mit der Nutzung der sozialen Medien für den Umgang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen im Zusammenhang standen. Sie stellten fest, dass Frauen und jüngere Patienten häufiger die sozialen Medien für genannte Zwecke nutzten, während dies bei Patienten, die sich in einer Ruhephase der Erkrankung befanden, seltener der Fall war.

Viele Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hatten Interesse daran, die sozialen Medien für den Umgang mit der Erkrankung zu nutzen. Dieses Interesse bestand vor allem bei jüngeren Patienten, weiblichen Patienten und Patienten, die sich in einem Krankheitsschub befanden. Viele Patienten hatten jedoch Bedenken, was die Qualität der online verfügbaren Informationen anging.

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