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Apotheker helfen bei chronischen Erkrankungen

Original Titel:
Impact of community pharmacist-led interventions in chronic disease management on clinical, utilization, and economic outcomes: An umbrella review

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler suchten nach Übersichtsarbeiten, die sich mit den Auswirkungen von Interventionen von Apothekern auf den Krankheitsverlauf von chronischen Erkrankungen befasst hatten
  • Sie stellten fest, dass sich die Beratung und Schulung durch Apotheker positiv auf verschiedene chronische Erkrankungen auswirkten:
    • Diabetes: Reduktion von Hämoglobin A1c, Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin
    • Herzschwäche: Senkung des Blutdrucks, Verbesserung der Therapietreue und Reduktion der Wiedereinlieferungsrate
    • COPD und Asthma: Verbesserung der Lungenfunktion
    • HIV/AIDS: Verbesserung der Therapietreue

 

DGP – Interventionen wie Beratungen und Schulungen durch Apotheker können den Krankheitsverlauf von verschiedenen chronischen Erkrankungen positiv beeinflussen. Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Wissenschaftler in der vorliegenden Studie. Patienten mit Herzschwäche, Diabetes, Asthma, COPD und HIV/AIDS profitierten auf unterschiedliche Weise von den Interventionen der Apotheker.


Apotheker sind oftmals die ersten Ansprechpartner bei Erkrankungen. Gerade bei chronischen Erkrankungen nehmen sie einen hohen Stellenwert ein, da die Patienten bei ihnen regelmäßig ihre Rezepte für die Medikamente einreichen. Aufgrund des häufigen Kontakts können die Apotheker einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Patienten nehmen, z. B. indem sie beraten oder Schulungen geben. Wissenschaftler aus den USA wollten wissen, was eine Intervention von Apothekern bei verschiedenen chronischen Erkrankungen leisten kann.

Wissenschaftler sichteten mehrere Reviews und Meta-Analysen

Die Wissenschaftler suchten in internationalen Datenbanken nach Reviews und Meta-Analysen, die sich mit dieser Fragestellung beschäftigt hatten und zwischen 2007 und 2017 veröffentlicht wurden. Sie fanden 15 geeignete Studien. Diese beschäftigten sich mit sieben chronischen Erkrankungen: Diabetes, Asthma, COPD, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Herzschwäche und HIV/AIDS. Die Interventionen der Apotheke bestanden hauptsächlich aus Patientenberatung und Schulungen.

Chronisch Erkrankte profitierten von Interventionen der Apotheker

Die Sichtung der Studien zeigte, dass die Patienten mit chronischen Erkrankungen von den Interventionen profitierten. Bei Patienten mit Diabetes reduzierten die Interventionen das Hämoglobin A1c, das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin. Bei Patienten mit Herzschwäche bewirkten die Interventionen eine vorteilhafte Senkung des Blutdrucks, eine Verbesserung der Therapietreue und eine Reduktion der Wiedereinlieferungsrate. Patienten mit Atemwegserkrankungen (COPD und Asthma) profitierten von der Intervention im Hinblick auf ihre Lungenfunktion. Patienten mit HIV/AIDS hielten sich stärker an ihren Therapieplan, wenn sie Interventionen bekamen.

Apotheker konnten somit mit Beratungen und Schulungen den Krankheitsverlauf von chronisch Erkrankten positiv beeinflussen. Sowohl Patienten mit Diabetes, Patienten mit HIV/AIDS, Patienten mit COPD oder Asthma als auch Patienten mit Herzschwäche profitierten von den Interventionen der Apotheker.

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