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Antibabypille erhöht das Risiko für chronische Darmentzündung

Original Titel:
Exposure to oral contraceptives increases the risk for development of inflammatory bowel disease: a meta-analysis of case-controlled and cohort studies

Kurz & fundiert

 

DGP – Studien waren sich uneinig, ob die Antibabypille das Risiko für chronische Darmentzündungen erhöht oder nicht. Wissenschaftler aus den USA fassten die Studien zu dieser Thematik zusammen, um ein besseres Bild von der Sachlage zu bekommen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Antibabypille das Risiko für chronische Darmentzündungen erhöhte – und zwar sowohl das für Morbus Crohn als auch das für Colitis ulcerosa.


Die Antibabypille ist ein häufig verwendetes Verhütungsmittel. Richtig angewandt, bietet sie einen sehr hohen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. Allerdings ist sie auch mit Nebenwirkungen verbunden. Eine Nebenwirkung, die vielen bekannt ist, ist das erhöhte Thrombose-Risiko. Ob die Antibabypille auch das Risiko für chronische Darmentzündungen erhöht, ist umstritten. Verschiedene Studien kamen diesbezüglich zu unterschiedlichen Ergebnissen. Um sich einen Überblick über die derzeitige Datenlage zu machen und der Wahrheit ein Stückchen näher zu kommen, fertigten Wissenschaftler aus den USA eine Übersichtsarbeit an, indem sie die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenfassten.

Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 20 Studien zusammen

Die Wissenschaftler durchsuchten verschiedene Datenbanken nach Studien, die den Zusammenhang zwischen der Antibabypille und der Entwicklung einer chronischen Darmentzündung untersucht haben. Dies traf auf 20 Studien zu. Die Wissenschaftler nutzten die Daten dieser 20 Studien für eine erneute Analyse.

Die Antibabypille erhöhte das Risiko für chronische Darmentzündungen

In der zusammenfassenden Analyse machte es den Anschein, dass die Anwendung der Antibabypille das Risiko für eine chronische Darmentzündung erhöhte. So hatten Frauen, die die Antibabypille nahmen, ein 1,3-mal so hohes Risiko wie Frauen, die diese nicht schluckten. Bei genauerer Betrachtung stellten die Wissenschaftler fest, dass sich das Risiko für Morbus Crohn im Vergleich zu Frauen, die die Pille nicht nahmen, durch die Pilleneinnahme um 24 % und das für Colitis ulcerosa um 30 % erhöhte.

Die Antibabypille schien somit sowohl das Risiko für Morbus Crohn als auch das für Colitis ulcerosa zu erhöhen. Welche Rolle diesbezüglich die Dauer der Pilleneinnahme spielt und bei welchen Frauen die Antibabypille das Erkrankungsrisiko besonders erhöht, müssen nun weitere Studien herausfinden.

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