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Multiple Sklerose

Analyse des MS-Krankheitsverlaufs durch Schwangerschaft und Geburt: Gute Krankheitskontrolle und Stillen wertvoll

Original Titel:
Pregnancy-related Relapses and Breastfeeding in a Contemporary Multiple Sclerosis Cohort

Kurz & fundiert

  • Wie verläuft die Multiple Sklerose in Schwangerschaft und Stillzeit?
  • Analyse von Krankheitsverlauf durch Geburt und Stillen bei hunderten Patientinnen
  • Gute Krankheitskontrolle und ausschließliches Stillen wertvoll

 

DGP – Forscher untersuchten den MS-Krankheitsverlauf von Frauen in der Schwangerschaft, nach der Geburt ihres Kindes und durch die Stillzeit hindurch. Sie schlossen, dass die meisten Frauen mit MS heutzutage ohne ein erhöhtes Risiko für Rückfälle Kinder bekommen können. Bei suboptimaler Krankheitskontrolle vor der Schwangerschaft könnte allerdings die Umstellung auf hochwirksame Medikamente vorteilhaft sein – soweit diese mit Schwangerschaft und Stillen vereinbar sind. Außerdem schließen die Forscher, dass Frauen mit MS zu ausschließlichem Stillen ermuntert werden sollten, da dies das Rückfallrisiko weiter mindern könnte.


Die Schwangerschaft ist eine Zeit mit vielen Fragen, Hoffnungen und Ängsten – für Frauen mit Multipler Sklerose (MS) gilt das noch mehr als sonst. Drohen neue Schübe im Laufe der hormonellen Veränderungen? Forscher untersuchten nun den MS-Krankheitsverlauf von Frauen in der Schwangerschaft, nach der Geburt ihres Kindes und durch die Stillzeit hindurch.

Wie verläuft die MS in Schwangerschaft und Stillzeit?

Speziell analysierten sie das Risiko für Rückfälle nach der Geburt und den Einfluss des Stillens auf dieses Risiko. Außerdem untersuchten sie, welche Rolle genau krankheitsmodifizierende Medikamente beim Krankheitsverlauf spielten. Dazu erfassten die Forscher elektronische Gesundheitsdaten über 466 Schwangerschaften von 375 Frauen mit MS in Kalifornien (USA) zwischen 2008 und 2016.

Analyse von Krankheitsverlauf durch Geburt und Stillen bei hunderten Patientinnen

Im Jahr nach der Geburt erlitten 26,4 % der Patientinnen einen Rückfall. 87 % der Frauen stillten ihr Baby, 36 % stillten sogar ausschließlich für mindestens zwei Monate. 58,8 % der untersuchten Frauen setzten keine krankheitsmodifizierenden Medikamente ein. Zu Beginn der Schwangerschaft war bei 67,2 % der Frauen die Krankheit nicht gut kontrolliert.

Die jährliche Rückfallrate nahm von 0,37 vor der Schwangerschaft auf 0,14-0,07 (p < 0,0001) während der Schwangerschaft ab. In den ersten drei Monaten nach der Geburt stieg die Rate wieder auf 0,27 an und erreichte Vor-Schwangerschafts-Werte nach 4-6 Monaten (jährliche Rückfallrate 0,37).

Ausschließliches Stillen reduzierte das Risiko für frühe Rückfälle nach der Geburt (adjustierte Risikorate 0,37, p = 0,009). Das Rückfallrisiko unterschied sich dabei je nach Schweregrad der Erkrankung, schien aber nicht durch mäßig effektive krankheitsmodifizierende Medikamente beeinflusst zu sein.

Gute Krankheitskontrolle und ausschließliches Stillen wertvoll

Die meisten Frauen mit MS können heutzutage ohne ein erhöhtes Risiko für Rückfälle Kinder bekommen. Bei suboptimaler Krankheitskontrolle vor der Schwangerschaft könnte allerdings die Umstellung auf hochwirksame Medikamente vorteilhaft sein – soweit diese mit Schwangerschaft und Stillen vereinbar sind. Außerdem schließen die Forscher, dass Frauen mit MS zu ausschließlichem Stillen ermuntert werden sollten, um ihr Rückfallrisiko zu mindern.

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