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Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf

Original Titel:
Obesity and COVID-19 Severity in a Designated Hospital in Shenzhen, China

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler teilten 383 COVID-19-Patienten nach ihrem BMI in verschiedene Gruppen ein
  • Adipöse COVID-19-Patienten hatten ein größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf als normalgewichtige Patienten
  • Das galt vor allem für Männer

 

DGP – Adipöse Patienten hatten ein größeres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf als normalgewichtige Patienten. Zu diesem Ergebnis kamen chinesische Wissenschaftler bei der Auswertung der Daten von 383 COVID-19-Patienten.


Es häufen sich die Hinweise, dass adipöse Menschen bezüglich des neuen Coronavirus bzw. der von diesem ausgelösten Krankheit COVID-19, ein erhöhtes Risiko tragen (unter anderem in der Studie von Simonnet und Kollegen, 2020 in der medizinischen Fachzeitschrift Obesity veröffentlicht). Wissenschaftler aus China leisteten mit ihrer Studie einen weiteren Beitrag zu dieser Thematik.

COVID-19-Patienten wurden nach ihrem BMI in verschiedene Gruppen eingeteilt

Die Wissenschaftler sammelten die Daten von 383 Patienten, die zwischen dem 11. Januar und dem 16. Februar 2020 aufgrund von COVID-19 in einem Krankenhaus in Shenzhen (China) lagen. Die Patienten wurden bis zum 26. März 2020 begleitet. Nach ihrem BMI zum Zeitpunkt der Krankenhauseinweisung wurden die Patienten in vier verschiedene Gruppen eingeteilt:

  • untergewichtig (BMI <18,5 kg/m2): 4,2 % der Patienten
  • normalgewichtig (BMI: 18,5-23,9 kg/m2): 53,1 % der Patienten
  • übergewichtig (BMI: 24,0-27,9 kg/m2): 32,0 % der Patienten
  • adipös (BMI ≥28 kg/m2): 10,7 % der Patienten

Adipöse COVID-19-Patienten hatten ein größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf

Die Analysen zeigten, dass – im Vergleich zu normalgewichtigen Patienten – Patienten mit Übergewicht ein etwa 1,8-mal so großes Risiko hatten, eine schwere COVID-19 zu entwickeln (OR: 1,84; 95 % CI: 0,99-3,43; p=0,05). Der Unterschied zwischen normalgewichtigen und übergewichtigen Patienten war jedoch nicht statistisch signifikant. Anders sah es bei den adipösen Patienten aus. Diese hatten im Vergleich zu normalgewichtigen Patienten ein signifikant höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf – und zwar ein 3,4-mal so hohes Risiko (OR: 3,40; 95 % CI: 1,40-2,86; p=0,007). Diese Ergebnisse kamen zustande, nachdem die Patientengruppen so angeglichen wurden, dass sie in möglichst vielen Eigenschaften übereinstimmten. Zu diesen Eigenschaften zählten das Alter, das Geschlecht, epidemiologische Eigenschaften, Medikamente, Zeitraum zwischen Symptombeginn und Krankenhauseinweisung und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, COPD, Lebererkrankungen und Krebs. Bei genauerer Betrachtung fiel auf, dass Adiposität vor allem für Männer das Risiko für eine schwere COVID-19 erhöhte.

COVID-19-Patienten hatten somit ein größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, wenn sie adipös waren. Das erhöhte Risiko von adipösen Patienten sollte bei der Betreuung und Behandlung berücksichtigt werden.

[DOI 10.2337/dc20-0576]

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