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COVID-19 / Corona

Leberfibrosefaktor FIB-4 könnte prognostischen Wert bei COVID-19-Verlauf jüngerer Patienten haben

Original Titel:
Elevation of Liver Fibrosis Index FIB-4 Is Associated With Poor Clinical Outcomes in Patients With COVID-19

Kurz & fundiert

  • Welche Patienten unter 65 erkranken schwer mit COVID-19?
  • Analyse von Zusammenhang zwischen Krankheitsverlauf und Leberfibrose bei 160 Patienten
  • Möglicher prognostischer Faktor FIB-4 bei COVID-19

 

DGP – Für die meisten Menschen hat die SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19 inzwischen etwas an Schrecken verloren – solange sie nicht älter und vorerkrankt sind. Allerdings erkranken auch immer wieder Menschen in jungem und mittlerem Alter schwer. Woran könnte man ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung früher erkennen? Forscher berichteten nun, dass der Leberfibrosefaktor FIB-4 bei 160 Menschen zwischen 35 und 65 Jahren eine wichtige prognostische Rolle haben kann.


COVID-19 ist eine manchmal sehr schwere Erkrankung – schwere Verlaufsformen früh zu erkennen, ist für die bestmögliche Behandlung besonders wichtig. Leberfibrose könnte ein relevantes Problem bei der Entwicklung der COVID-19-Erkrankung sein. Ob der Fibrosefaktor FIB-4 eine prognostische Bedeutung bei COVID-19 hat, untersuchten daher Forscher nun bei Patienten im mittleren Alter.

Welche Patienten unter 65 erkranken schwer mit COVID-19?

In einer retrospektiven Multizentrenstudie mit einer prospektiven Nachbeobachtung wurden 160 Patienten zwischen 35 und 65 Jahren mit COVID-19 untersucht. Dazu wurden bei Aufnahme in die Klinik der Leberfibrosefaktor FIB-4, klinische und biochemische Parameter erhoben. FIB-4 ≥ 2,67 definierte Patienten mit einem Risiko für fortgeschrittene Leberfibrose. Die Experten analysierten den statistischen Zusammenhang zwischen verschiedenen Messergebnissen und dem klinischen Verlauf, wie etwa die Notwendigkeit für eine Intensivbehandlung oder mechanische Beatmung.

Analyse von Zusammenhang zwischen Krankheitsverlauf und Leberfibrose bei 160 Patienten

Das Risiko für eine fortgeschrittene Fibrose wurde bei 28,1 % der Patienten ermittelt. Patienten mit einem FIB-4 ≥ 2,67 benötigten häufiger mechanische Beatmung (37,8 % versus 18,3 %; p = 0,009). In der multivariaten Analyse erhöhten verschiedene Faktoren das Risiko für eine Aufnahme in die Intensivstation signifikant. FIB-4 ≥ 2,67 erhöhte das Risiko (Odds Ratio OR) um den Faktor 3,41 (95 % Konfidenzintervall 1,30-8,92), kardiovaskuläre Risikofaktoren um etwa den Faktor 5 (OR 5,05; 95 % Konfidenzintervall 1,90-13,39) und vorherige Atemwegserkrankungen mit OR 4,54 (95 % Konfidenzintervall 1,36-15,10). Das C-reaktive Protein erhöhte das Risiko in geringerem Maße (OR 1,012; 95 % Konfidenzintervall 1,006-1,017). FIB-4 konnte als unabhängiger Risikofaktor gezeigt werden.

Möglicher prognostischer Faktor FIB-4 bei COVID-19

Bei Patienten mit COVID-19 im mittleren Alter kann der Leberfibrosefaktor FIB-4 eine relevante prognostische Rolle spielen. Die Verbindung zwischen Leberfibrose und dem Verlauf von COVID-19 sollte in zukünftigen Studien weiter ermittelt werden.

[DOI: 10.1093/infdis/jiaa355 ]

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