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COVID-19 / Corona

Zwischen Hygienemaßnahmen und Hautschutz: 5 Punkte zur Dermatitis-Prävention

Original Titel:
Preventing Adverse Cutaneous Reactions From Amplified Hygiene Practices During the COVID-19 Pandemic: How Dermatologists Can Help Through Anticipatory Guidance

Kurz & fundiert

  • Wie geht Hautschutz trotz Händewaschen und Oberflächendesinfektion?
  • Überblick über Hautprobleme durch Handhabung und Inhaltsstoffe
  • 5 Punkte zu Alltagshygiene mit Hautschutz: Kein heißes Wasser – keine antibakteriellen Seifen – keine Duftstoffe – aggressive Reiniger nur mit Handschuhen – Ölhaltige Hautpflege

 

DGP – Bei der Hygiene im Zuge der Coronavirus-Pandemie stehen besonders Händewaschen und Oberflächenreinigung im Mittelpunkt. Um durchgängig eingehaltene Hygienestandards zu ermöglichen, sollten Dermatologen ihr Fachwissen zum Hautschutz einbringen, argumentieren zwei US-amerikanische Fachärztinnen, und fassen die wesentlichen Aspekte zu Handhabung und Inhaltsstoffen von Desinfektionsmitteln und Hautpflege in fünf Punkten zusammen.


Im Zuge der COVID-19-Pandemie sind körperliche Distanz und Hygiene wesentlich zur Vermeidung von Infektionen mit dem neuen Virus SARS-CoV-2. Bei der Hygiene stehen besonders Händewaschen und Oberflächenreinigung im Mittelpunkt. Zu beiden Themen können Dermatologen wesentlich mit ihrem Fachwissen beitragen, schreiben nun zwei US-amerikanische Dermatologinnen, um Hygienestandards aufrecht zu erhalten und gleichzeitig den Schutz der Haut weiterhin zu gewährleisten. Dazu fassten sie kurz mögliche Probleme und Lösungen in fünf Punkten zusammen.

Wie geht Hautschutz trotz Händewaschen und Oberflächendesinfektion?

Die Hygieneempfehlungen führen zu verändertem Reinigungsverhalten und damit wohl auch zu vermehrtem Einsatz von Desinfektionsmitteln und antimikrobiellen Substanzen. Entsprechend ist auch zunehmend mit Hautreizungen, Irritationen durch trockene Haut und einer gestörten Hautbarriere bis hin zu Entzündungen zu rechnen.

Stark reizende Mittel in manchen Desinfektionsmitteln können bei einem ersten Kontakt eine akute Dermatitis auslösen. Mildere Mittel, wie heißes Wasser, Seifen und Alkohol, führen im Vergleich erst nach mehrmaliger Anwendung zu Schädigungen der Haut. Eine seltenere Form der Kontaktdermatitis ist die allergische Kontaktdermatitis, die auftreten kann, wenn Menschen eine Überempfindlichkeit gegenüber Duftstoffen, Konservierungsmitteln oder gegenüber antimikrobiellen Chemikalien, wie sie in Desinfektions- und Reinigungsmitteln enthalten sein können, haben.

Überblick über Hautprobleme durch Handhabung und Inhaltsstoffe

Um unerwünschte Hautreaktionen infolge der veränderten Hygienepraxis während der COVID-19-Pandemie zu vermeiden, sind ölhaltige Hautpflege und das Vermeiden von Allergenen wichtige Faktoren. Regelmäßige Anwendung von ölhaltigen Pflegestoffen nach dem Händewaschen steht im Zusammenhang mit reduzierten Schäden der Haut und kann die Einhaltung der Hygienevorgaben unterstützen, schreiben die Autoren. Allergene sind besonders bei der Oberflächendesinfektion zu vermeiden, berichten die Dermatologinnen weiter. Hierbei sollten daher Handschuhe verwendet und die Hände nach der Anwendung gereinigt werden.

5 Punkte zu Alltagshygiene mit Hautschutz: Kein heißes Wasser – keine antibakteriellen Seifen – keine Duftstoffe – aggressive Reiniger nur mit Handschuhen – ölhaltige Hautpflege

Auf Basis der Empfehlungen der US-Behörden fassen die Autoren folgende 5 Punkte zu Hygienemaßnahmen und Hautschutz zusammen:

1) Richtig Händewaschen geht mit Seife und mit warmem oder kaltem Wasser – zu heißes Wasser schadet der Haut. Anschließend sollen die Hände getrocknet werden.

2) Antibakterielle Seifen sollten im normalen Alltag vermieden werden, da keine Vorteile zur Infektionsvermeidung gezeigt wurden und mit Vermeidung der antibakteriellen Chemikalien auch das Risiko für Reizungen und allergische Hautreaktionen reduziert wird.

3) Wenn Seife und Wasser nicht erreichbar sind, können alkohol-basierte Handdesinfektionsmittel (mit mindestens 60 % Alkohol) in die Hände eingerieben werden. Das Risiko für allergische Hautreaktionen kann hierbei mit Mitteln ohne Duftstoffe reduziert werden.

4) Oberflächen sollten mit dafür registrierten und zugelassenen Produkten desinfiziert werden, um die Inaktivierung des Virus SARS-CoV-2 sicherzustellen. Solche Substanzen sind aber auch typischerweise Hautallergene. Der direkte Hautkontakt mit diesen Mitteln sollte also durch Handschuhe während der Anwendung und anschließender Reinigung der Hände vermieden werden.

5) Ölhaltige Pflegeprodukte sollten regelmäßig nach dem Händewaschen genutzt werden, um die Hautbarriere zu schützen.

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