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Immunsystem-Reaktion von Rheuma-Patienten auf Zoster-Totimpfstoff

Durch eine Schwächung des Immunsystems haben Rheuma-Patientinnen und -Patienten ein höheres Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken und werden deshalb dagegen geimpft. Privatdozentin Dr. Uta Kiltz, Oberärztin des Rheumazentrums Ruhrgebiet, leitet ein wissenschaftliches Projekt, das die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff über ein Jahr untersucht und damit die Frage nach der Dauer des Impfschutzes beantworten kann.

In Kooperation mit Prof. Dr. Benjamin Wilde, Klinik für Nephrologie der Universitätsklinik Essen, untersucht das Rheumazentrum Ruhrgebiet, das mit der Klinik für Innere Medizin und Rheumatologie Teil des Marien Hospitals Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum ist, 150 Patienten. GlaxoSmithKline fördert das Projekt mit 1,28 Millionen Euro.

Es gibt über 400 verschiedene Arten von Rheuma. Eine Gruppe davon bilden die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Patientinnen und Patienten, die an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leiden, entwickeln häufiger als gesunde Menschen eine Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt. Typisches Symptom einer Gürtelrose ist ein Hautausschlag in Form von stecknadelkopfgroßen Bläschen auf geröteter, geschwollener Haut. Um eine Erkrankung zu verhindern, wird Rheuma-Patienten eine Zoster-Impfung empfohlen.

Zeitraum des Impfschutzes nach Impfung mit Zoster-Totimpfstoff

Die hohe Wirksamkeit des Zoster-Totimpfstoffes wurde zwar bereits in klinischen Studien bestätigt, allerdings ist noch nicht ausreichend erforscht, wie die Immunantwort des Körpers nach der Impfung gegen Zoster bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem ausfällt, also wie lange ein Schutz gegen Gürtelrose bei Personen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung besteht. Dies analysieren nun die Expertinnen und Experten des Rheumazentrum Ruhrgebiet zusammen mit dem Experimentellen Nephrologischen Labor der Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikum Essen. Dazu untersuchen sie 150 Patienten mit unterschiedlichen rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Riesenzellenarthritis und axiale Spondyloarthritis) hinsichtlich der Immunantwort gegen Gürtelrose nach der Zoster-Impfung.

„Die Ergebnisse der Studie werden dabei helfen, Rheuma-Patienten den bestmöglichen Schutz gegen Herpes Zoster zu bieten und zu verstehen, ob ein langanhaltender Impfschutz aufgebaut wird“, sagt Uta Kiltz. Das Projekt läuft ein Jahr.

Höheres Risiko bei Rheuma-Patienten erfordert Zoster-Impfung

Durch das schwächere Immunsystem ist für Patientinnen und Patienten mit Rheuma das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, generell höher als bei gesunden Menschen. Außerdem wird durch eine antirheumatische Therapie die Immunabwehr zusätzlich geschwächt, sodass eine Gürtelrose auch Komplikationen mit sich bringen und zu einer Ausweitung der Erkrankung auf andere Organe führen kann.