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Brustkrebs

Metaanalyse: Metformin zeigt keine positive Wirkung bei Brustkrebs

Original Titel:
Metformin and survival of women with breast cancer: A meta-analysis of randomized controlled trials

Kurz & fundiert

  • Metaanalyse: Einfluss von Metformin auf Überlebensrate bei Brustkrebspatientinnen
  • Fünf Phase-II-Studien inklusive 396 Frauen ohne Diabetes
  • Keine Assoziation mit längerem progressionsfreiem oder Gesamtüberleben

 

DGP – Der Zusammenhang zwischen Diabetesmedikamenten und Brustkrebs wurde in zahlreichen Studien untersucht. Ergebnisse früherer Studien legten dabei eine positive Wirkung des Medikaments Metformin nahe. Wissenschaftler haben aktuelle Studienergebnisse über die Wirkung von Metformin bei Brustkrebs in einer Metaanalyse untersucht. Die Analyse von fünf randomisierten Phase-II-Studien legt keinen positiven Einfluss des Medikaments auf progressionsfreies- oder Gesamtüberleben durch Metformin nahe.


Der Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und Brustkrebsentwicklung ist komplex. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bei Frauen, die von Typ-2-Diabetes betroffen sind, ein höheres Risiko besteht, an Brustkrebs zu erkranken. Zu einem konsistenten Ergebnis bezüglich der Höhe des Risikos konnten bisherige Studien jedoch nicht kommen. Während in manchen Studien kein Zusammenhang gefunden wurde, geben andere eine geringe Erhöhung oder sogar eine Erhöhung des Risikos um 10 – 20 % an.

Positive Wirkung von Diabetesmedikament Metformin bei Brustkrebs untersucht

In mehreren Studien wurden Mechanismen untersucht, die eine mögliche Verbindung zwischen Typ-2-Diabetes und Krebs erklären würden. Teilweise wird angenommen, dass die Fehlregulation des Glucosestoffwechsels eine zentrale Rolle spielen könnte. Durch die Fehlregulation entstehen entzündungsfördernde Bedingungen, die den oxidativen Stress erhöhen, der wiederum die Tumorbildung begünstigen kann. Andere Studien untersuchten eine Wirkung der Insulinresistenz auf das Östrogenlevel, welches ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt. Die Untersuchungen solcher Zusammenhänge haben zu der Überlegung geführt, dass Diabetesmedikamente möglicherweise auch positive Effekte bei Krebserkrankungen haben könnten. Hoffnungen auf diese Zusatzwirkung wurden zunächst auch in Studien zu dem Diabetesmedikament Metformin bestätigt. Hier schien das Medikament eine hemmende Wirkung auf HR-positive Karzinome zu haben.

Neuere Studien können Nutzen von Metformin bei Brustkrebs nicht bestätigen

Wissenschaftler haben nun in einer Metaanalyse neuere Phase-II-Studien analysiert, die den Zusammenhang zwischen Metformin und Brustkrebs untersucht haben. In die Metaanalyse wurden fünf Phase-II-Studien inkludiert, an denen auch insgesamt 396 Patientinnen ohne Diabetes teilnahmen. Für den Vergleich der Studienergebnisse wurde das 95 % Konfidenzintervall (KI) des Hazard Ratios (HR) gebildet.

Die Studien konnten den Nutzen von Metformin bei Brustkrebs nicht bestätigen. Die Analyse ergab keinen positiven Einfluss auf die Überlebensraten:

  • Progressionsfreies Überleben (HR: 1,00; 95 % KI: 0,70 – 1,43; p = 0,98)
  • Gesamtüberleben (HR: 1,00; 95 % KI: 0,71 – 1,39; p = 0,98)

Die Autoren schlussfolgerten, dass die analysierten Studien keinen Nutzen durch die zusätzliche Behandlung mit Metformin nachweisen konnten.

 

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