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Gezielte Interventionen verbessern das Management von Atemnot bei Lungenkrebs

Original Titel:
Respiratory distress symptom intervention for non-pharmacological management of the lung cancer breathlessness-cough-fatigue symptom cluster: randomised controlled trial

Kurz & fundiert

  • Randomisierte kontrollierte Studie: Management von Atemnot, Husten und Fatigue bei Lungenkrebs
  • Interventionen umfassten Atemtechniken, Techniken zur Unterdrückung von Husten, Akupressur und individuelle Trainingsprogramme
  • Patienten geben positiven Einfluss auf das Management von Atemnot, Husten und Fatigue an

 

DGPIn einer randomisierten kontrollierten Studie wurde die Wirkung von Interventionen zum Management von Atemnot, Husten und Fatigue untersucht. Diese formen ein typisches Symptom-Cluster bei Lungenkrebs. Die Interventionen umfassten Atemtechniken, Techniken zur Unterdrückung von Husten, Akupressur und individuelle Trainingsprogramme. Die Studie zeigte, dass solche Interventionen einen positiven Einfluss auf die Symptome hatten.


Lungenkrebspatienten müssen häufig mit einer Reihe von krankheits- und therapiebedingten Symptomen leben, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinflussen. Das Management dieser Symptome spielt daher eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Lungenkrebs. Atemnot, Husten und Fatigue formen hierbei ein bei Lungenkrebs typisches Symptom-Cluster. Sie treten also häufig zusammen auf, wobei einzelne Symptome sich oft gegenseitig verstärken.

In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, wie sich gezielte Interventionen nach Angaben der Patienten auf das Management dieser Symptome auswirken. Für die Studie wurden 263 Pateinten mit Lungenkrebs inkludiert. Patienten waren teilnahmeberechtigt, wenn nach eigenen Angaben zumindest zwei der drei Symptome aus dem genannten Symptom-Cluster einen negativen Einfluss auf ihr tägliches Leben hatten. 132 der Teilnehmer führten im Rahmen der Studie gezielte Interventionen gegen die Symptome durch, während 131 die übliche Standardbehandlung erhielten.

Verschiedene Interventionsmaßnahmen gegen Atemprobleme möglich

Um Atemnot, Husten und Fatigue entgegenzuwirken wurden verschiedene Interventionen eingesetzt, deren Umsetzbarkeit bereits in früheren Studien untersucht wurde. Techniken zur Kontrolle der Atmung wurden täglich zweimal praktiziert und zusätzlich bei Auftreten von Atemnot oder Angstgefühlen eingesetzt. Zusätzlich wurden den Patienten Techniken zum Unterdrücken des Hustenreizes beigebracht. Hierzu gehörte z. B., einen sich anbahnenden Hustenreiz zu erkennen und durch Wassertrinken, eine angepasste Schlucktechnik oder bestimmte Atemtechniken zu unterdrücken. Weitere Interventionen umfassten die Anwendung von Akupressurpunkten und ein individuell angepasster Trainingsplan.

Patienten berichten positiven Einfluss der Interventionen auf Atemprobleme

Als Ergebnis der Studie wurde die Veränderung der Symptome nach 12 Wochen untersucht. Für die Bewertung wurden Patientenangaben zusammen mit drei verschiedenen Bewertungssystemen genutzt: „Dyspnea-12“ (D-12) ist ein Maß für Atemnot, die MCLC-Skala („Manchester Cough in Lung Cancer“) bewertet den Einfluss von Husten auf die Lebensqualität von Lungenkrebspatienten und mit dem „Functional Assessment of Chronic Illness-Fatigue“ (FACIT-F) wird Fatigue und der Einfluss auf Aktivität und Funktionalität untersucht.

Die Studie zeigte einen statistisch signifikanten positiven Einfluss auf Atemnot (p = 0,007) und Husten (p < 0,001). Bei allen Endpunkten wurde zumindest eine geringe, klinisch relevante Verbesserung erreicht (minimum clinically important difference, MCID).

Die Autoren schlussfolgerten, dass nach den Angaben der Patienten ein positiver Einfluss auf das Symptom-Cluster Atemnot, Husten und Fatigue erreicht wurde und dass das Symptom-Management wirksam in der Praxis eingebunden werden könne.

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