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Migräne

Migräne: Welchen Nutzen hat achtsamkeitsbasierte Stressreduktion?

Original Titel:
Effectiveness of mindfulness-based stress reduction as a non-drug preventive intervention in patients with migraine - a systematic review with meta-analyses

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  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion zur Migräneprophylaxe?
  • Systematischer Review und Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien mit 275 Patienten
  • Keine signifikante Reduktion der Migränehäufigkeit
  • Signifikante Reduktion von depressiven Symptomen
  • Effekte auf Schmerzintensität bislang ungeklärt

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DGP Stress kann Migräneattacken auslösen. Ein systematischer Review hat nun die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierter Stressreduktion bei erwachsenen Patienten mit Migräne näher beleuchtet. Besonders depressive Begleitsymptome konnten mit Achtsamkeit gelindert werden. Laut der Studienautoren wird die Methode bereits in Leitlinien empfohlen, die Evidenzbasis ist allerdings noch gering.


Bei Migräne handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, welche unter anderem durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Migräneattacken können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Auch Stress kann eine Migräneattacke begünstigen. Zur Migräneprophylaxe stehen medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien zur Verfügung. Eine deutsche Leitlinie empfiehlt die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) zur Migräneprophylaxe. Eine aktuelle Metaanalyse hat nun die Wirksamkeit von MBSR bei erwachsenen Patienten mit Migräne untersucht.

Hilft achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bei Migräne?

Als Studienendpunkte wurden Migränehäufigkeit und Kopfschmerzintensität während eines Migräneanfalls, depressive Symptome sowie die Lebensqualität festgelegt. Bis 7. Oktober 2022 wurden in einer systematischen Literaturrecherche randomisierte, kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von MBSR bei erwachsenen Migränepatienten in wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Cochrane Library und Web of Science ermittelt.

Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien

Insgesamt 4 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 275 Patienten und die Folgepublikation einer dieser Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Das Risiko einer Verzerrung wurde in einer Studie als gering und in 2 Studien als hoch eingeschätzt.

Reduktion von depressiven Symptomen bei Migränepatienten

Für den Endpunkt Migränehäufigkeit konnte in einer Metaanalyse über 3 Studien kein statistisch signifikanter Nutzen für MBSR nachgewiesen werden (standardisierte Mittelwertdifferenz, SMD: -0,23; 95 % Konfidenzintervall, KI: -0,79 – 0,32). Für den Endpunkt der depressiven Symptome zeigte eine Metaanalyse über 3 Studien einen statistisch signifikanten Nutzen von MBSR (SMD: -0,59; 95 % KI: -0,93 – -0,25). Keine der untersuchten Studien hatte die Stärke der Kopfschmerzen während einer Migräneattacke untersucht.

Nutzen der MBSR bei Migräne bleibt weiter unklar

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Migränepatienten von MBSR im Hinblick auf depressive Symptome profitieren könnten. Für Empfehlungen zum Einsatz von MBSR als nicht-medikamentöse Therapie ist die Evidenzbasis allerdings noch nicht ausreichend, schließen die Autoren.

 

 

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