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Studie bestätigt erhöhtes Tuberkuloserisiko nach Organtransplantationen in Europa
Empfänger:innen solider Organtransplantate, also aus festem Gewebe bestehende Organe wie Leber, Herz, Lunge oder Nieren, haben auch in Ländern mit eigentlich niedriger bis mittlerer Tuberkuloseinzidenz ein deutlich erhöhtes Tuberkuloserisiko. Wesentliche Ursache dafür sind unbehandelte latente Tuberkuloseinfektionen der Empfänger:innen. Aber auch Neuinfektionen spielen eine relevante Rolle. Das haben Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Forschungszentrums Borstel in einer europäischen Multicenter-Studie herausgefunden, die sie im Fachmagazin Journal of Infection veröffentlicht haben.
In der Studie stellten sie für Transplantierte verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ein sechsmal höheres Risiko für Tuberkulose fest. In Südeuropa war die Tuberkuloseinzidenz sogar etwa neunmal höher als in Zentraleuropa. Zusätzlich hatten Patient:innen mit Migrationsgeschichte ein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko. Zugleich fanden die Forschenden heraus, dass nur rund ein Drittel der Transplantierten vor der Transplantation auf eine latente Tuberkuloseinfektion untersucht worden war und lediglich jede zehnte Person eine präventive Therapie erhalten hatte.
„Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit differenzierter, regional angepasster Strategien zur Prävention der Erkrankung“, sagt Erstautor Dr. Thomas Theo Brehm aus der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.
Publikation: Lange, Brehm et al. Tuberculosis incidence in solid organ transplant recipients in Europe: A multicenter TBnet cohort study. Journal of Infection. 2025.
DOI: https://doi.org/10.1016/j.jinf.2025.106668