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Nicht-invasive Diagnostik der Tuberkulose aus Atemschutzmasken
Eine prospektive Studie von Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass das sogenannte Face-Mask-Sampling (FMS) eine vielversprechende, nicht-invasive Ergänzung zur bisherigen Diagnostik der pulmonalen Tuberkulose sein kann. Beim FMS wird die DNA des Tuberkuloseerregers Mycobacterium tuberculosis direkt aus der Atemluft von Patient:innen gewonnen. Hierzu tragen die Patient:innen spezielle Masken, in denen ausgeatmete Erregerpartikel aufgefangen werden.
In der Studie mit 117 erwachsenen Patient:innen mit vermuteter oder bestätigter Lungentuberkulose konnten die Forschenden bei knapp 60 Prozent der Teilnehmenden die DNA von M. tuberculosis in den Masken nachweisen. Bei rund sechs Prozent der Patient:innen war der molekulare Erregernachweis sogar ausschließlich mittels FMS möglich – während der etablierte und bislang als diagnostischer Standard geltende molekulargenetische Nachweis aus dem Sputum (Auswurf) negativ blieb.
Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler:innen im Fachjournal Clinical Microbiology and Infection veröffentlicht. Die Studie entstand in Kooperation mit dem Forschungszentrum Borstel sowie klinischen Partnern in der Republik Moldau und wurde am Chiril Draganiuc Institute of Pneumology in Chișinău durchgeführt.
Publikation: Dariusz Wölk et al. Non-invasive diagnosis of pulmonary tuberculosis using face mask sampling: A prospective study in adults. Clinical Microbiology and Infection. 2025.
DOI: https://doi.org/10.1016/j.cmi.2025.12.017