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Regulation super-schneller Signale bei der Aktivierung von T-Lymphocyten aufgeklärt

Nachdem Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bereits super-schnelle Signale durch Kalzium-Ionen unterhalb der Plasmamembran von T-Lymphocyten beschreiben konnten, ist ihnen nun die Aufklärung der Regulation von beteiligten Enzymen und Ionenkanälen gelungen. Sie fanden heraus, dass das Schlüsselenzym (DUOX2) durch mehrere unabhängige Prozesse aktiviert wird und so als biologischer Koinzidenzdetektor wirkt. „Der neu identifizierte Signalweg eröffnet vielversprechende Ansätze für neue Therapieverfahren bei Autoimmunerkrankungen“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Dr. Andreas H. Guse, Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE. Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zu einer fehlgeleiteten Aktivierung verschiedener Immunzellen. Daher hat die genaue molekulare Kenntnis der biochemischen und zellbiologischen Abläufe der Aktivierung dieser Zellen eine große translationale Bedeutung bei der Entwicklung neuer Therapieansätze. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science Signaling veröffentlicht. An der Studie waren neben dem UKE auch die Universität Oslo, die Medizinische Universität Innsbruck, die Universität Hamburg, die Universität Bonn, die Université libre de Bruxelles, die Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie die Universität Göttingen beteiligt. Sie wurde durch den vom UKE geleiteten Sonderforschungsbereich 1328 zum Thema „Adeninnukleotide in Immunität und Entzündung“ gefördert.

Publikation: Kai J. Winterberg et al. Multiple signaling events are required for NAADP synthesis by DUOX2 and formation of Ca2+ microdomains to initiate T cell activation. Science Signal. 2026.
DOI: https://doi.org/10.1126/scisignal.adp4326