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Schon moderate Hitze belastet chronisch erkrankte Menschen

Steigende Temperaturen infolge des Klimawandels beeinträchtigen die Gesundheit besonders von chronisch erkrankten Menschen, die wenig soziale Unterstützung erfahren, wenig zuversichtlich sind, sich selbst helfen zu können, oder Schwierigkeiten haben, sich im Gesundheitssystem zu orientieren – das zeigen die Ergebnisse der zweiten Welle der CLIMATE-II-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Bereits leichte bis moderate Hitze können demnach deutliche gesundheitliche Beschwerden bei Menschen mit chronischen Erkrankungen verursachen – bei sehr warmen Tagen sogar um rund 80 Prozent im Vergleich zu kühleren Temperaturen. Gleichzeitig identifizierten die Forschenden psychosoziale Faktoren, die diese negativen Effekte abschwächen oder verstärken können: Eine gute Gesundheitskompetenz, hohe Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung gingen mit weniger Beschwerden einher. Negative Erwartungen gegenüber Hitze und eine erhöhte Wahrnehmung körperlicher Symptome verstärkten hingegen die gesundheitlichen Auswirkungen. „Kurz gesagt: Der Effekt von Hitze ändert sich, je nachdem, wie gut oder schlecht die psychosoziale Lage der Patient:innen ist“, sagt Studienleiter Priv.-Doz. Dr. Ingmar Schäfer, Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin.

Für die Studie wurden bundesweit 509 Patient:innen mit mindestens einer chronischen Erkrankung befragt und ihre gesundheitlichen Daten ausgewertet. Die Datenerhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit 64 hausärztlichen Praxen und wurde mit regionalen Wetterdaten verknüpft. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin BMC Medicine veröffentlicht.

Publikation: Schäfer et al., Association between psychosocial factors and adverse effects of light-to-moderate ambient heat in patients with chronic diseases: Results of the prospective cohort study CLIMATE-II., BMC Medicine. 2026.
DOI: https://doi.org/10.1186/s12916-026-04622-4