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Brustkrebs
Profitieren auch Brustkrebsüberlebende von einem Mammographie-Screening?
Original Titel:
Do breast cancer survivors benefit from mammography screening? A population-based study.
- Registerstudie zur Wirksamkeit eines Mammographie-Screenings bei Brustkrebsüberlebenden
- Für Brustkrebsüberlebende mit Screeningeinladung sank das Risiko, an Brustkrebs zu versterben, um 12 %
- Frauen mit Brustkrebs, die der Einladung folgten, hatten ein um 38 % geringeres Sterberisiko
- Vergleich zur Allgemeinbevölkerung: Geringere Reduktion des Sterberisikos durch Screening bei Brustkrebsüberlebenden
- Allerdings auch geringere Teilnahme der Patientinnen mit Brustkrebs
DGP – In der Allgemeinbevölkerung senkt das Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit um etwa 25 %. Welchen Einfluss es auf die Sterblichkeit von Brustkrebsüberlebenden hat, untersuchte nun eine dänische Studie anhand von Patientinnen, die nach Brustkrebserkrankung zum Mammographie-Screening eingeladen wurden oder in Regionen ohne Screeningprogramm für Brustkrebsüberlebende wohnten.
Der wichtigste Erfolgsgröße für ein Mammographie-Screenings stellt die Senkung der Brustkrebssterblichkeit dar. Da ein Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit nach bisherigen Studien in der Allgemeinbevölkerung um 20 – 25 % senken kann, könnten auch Rückfälle bei Patientinnen mit Brustkrebs durch ein Mammographie-Screening früher erkannt werden – auch wenn eine Brustkrebsbehandlung die Erkennung von neuen Tumoren bei der Mammographie erschweren kann.
Registerstudie zur Wirksamkeit eines Mammographie-Screenings bei Brustkrebsüberlebenden
Die Zielsetzung der dänischen Registerstudie bestand darin, herauszufinden, wie stark ein Mammographie-Screening die Sterblichkeit aufgrund von Brustkrebs bei Brustkrebsüberlebenden senken kann. Das Alter der Patientinnen lag zwischen 50 und 69 Jahren und das Screening erfolgte alle 2 Jahre. Eingeladen wurden alle Patientinnen mit Brustkrebs – unabhängig vom Stadium. Die Studie verglich Frauen, die zum Mammographie-Screening eingeladen wurden mit Frauen, die in Regionen ohne Screeningprogramm für Brustkrebsüberlebende wohnten.
Analyse 2 109 Brustkrebsüberlebende mit und 15 417 ohne Mammographie-Screening
Die Gruppe der zum Screening eingeladenen Frauen umfasste 2 109 Brustkrebsüberlebende, die Kontrollgruppe aus Regionen ohne Screening-Programm umfasste 15 417 Frauen. Während der Beobachtungszeit verstarben 406 Frauen (19 %) aus der Screening-Gruppe an Brustkrebs und 3 385 Frauen (22 %) aus der Kontrollgruppe. Das relative Risiko zu versterben lag für eingeladene Patientinnen im Vergleich zur Kontrollgruppe nach 22 Jahren Beobachtungszeit bei 0,88 (95 % Konfidenzintervall, KI: 0,81 – 0,97). Für die eingeladenen Frauen sank das Sterberisiko also um 12 % und damit weniger stark als für die Allgemeinbevölkerung (20 – 25 %). Für Brustkrebsüberlebende, die der Einladung zum Mammographie-Screening folgten, lag das Risiko allerdings bei 0,62 (95 % KI: 0,51 – 0,76). Brustkrebsüberlebende, die der Einladung folgten und eine Mammographie durchführen ließen, hatten demzufolge ein um 38 % geringeres Sterberisiko. Diese Risikosenkung liegt in der gleichen Größenordnung liegt wie die der Teilnehmerinnen in der Allgemeinbevölkerung (31 – 37 %).
Erfolg des Mammographie-Screenings: Teilnehmerinnen profitieren
Ein Mammographie-Screening bei Brustkrebsüberlebenden könnte dieser Studie zufolge weniger erfolgreich sein als bei der Allgemeinbevölkerung. Dies ist nach Einschätzung der Autoren aber in erster Linie auf die geringere Teilnahme der Brustkrebspatientinnen zurückzuführen.
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