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Risikofaktoren für Muskelschwund bei COPD

Original Titel:
Risk Factors of Sarcopenia in COPD Patients: A Meta-Analysis

Kurz & fundiert

  • Risikofaktoren für den Verlust von Muskelmasse und -kraft bei COPD?
  • Sarkopenie bei Menschen mit COPD häufig und verschlechtert Prognose
  • Metaanalyse von 17 Studien mit Daten von 5 408 Menschen
  • Höheres Alter, Body-Mass-Index und niedrige Albuminwerte erhöhten Risiko für Sarkopenie
  • Rauchen, Diabetes und Qi-Mangel (TCM) relevante Risikofaktoren für Sarkopenie bei COPD
  • Besonders gefährdet waren Menschen mit COPD in den GOLD-Stadien C und D
  • Früherkennung und gezielten Prävention in Hochrisikogruppen empfehlenswert

 

DGP Aktuelle Forschungsdaten konnten Risikofaktoren für das Auftreten von Muskelschwund bei Menschen mit COPD identifizieren. Ein höheres Alter, niedriger Body-Mass-Index (BMI), Tabakkonsum, Diabetes mellitus, Qi-Mangel nach der traditionellen chinesischen Medizin, niedrige Albuminwerte sowie  fortgeschrittene Krankheitsstadien nach GOLD-Klassifikation begünstigen den vorzeitigen Abbau von Muskulatur bei COPD-Patienten.


Sarkopenie ist eine häufige Begleiterkrankung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die mit einer altersbedingten Reduktion der Skelettmuskelmasse sowie einem Rückgang der Muskelkraft und Mobilität einhergeht. Die Häufigkeit von Sarkopenie bei Menschen mit COPD ist doppelt so hoch wie bei Menschen ohne COPD und mit einer schlechteren Prognose verbunden.

Einflussfaktoren für Muskelschwund bei COPD

Das Ziel einer aktuellen Metaanalyse aus China war es, die Einflussfaktoren für das Auftreten von Sarkopenie bei Menschen mit COPD zu untersuchen. Hierfür wurden Studien berücksichtigt, welche bis November 2023 in den Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science, Cochrane Library, CNKI, CBM und Wanfang veröffentlicht wurden. Erwachsene Studienteilnehmer ab einem Alter von 18 Jahren erfüllten die Einschlusskriterien.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 17 Studien

Insgesamt wurden 17 Studien mit Daten von 5 408 Menschen in die Metaanalyse eingeschlossen. Die Analyse identifizierte mehrere signifikante Einflussfaktoren für das Auftreten von Sarkopenie bei Menschen mit COPD. Ein höheres Lebensalter war mit einem erhöhten Risiko für Sarkopenie verbunden (Odds Ratio, OR: 1,083; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,024 – 1,145). Ebenso zeigte sich ein Zusammenhang zwischen niedrigen Albuminwerten im Blut und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Sarkopenie (OR: 0,752; 95 % KI: 0,724 – 0,780). Ein niedriger Body-Mass-Index (BMI) stellte ebenfalls einen signifikanten Risikofaktor dar (OR: 0,701; 95 % KI: 0,586 – 0,838). Raucher wiesen ein höheres Risiko für Sarkopenie auf (OR: 1,859; 95 % KI: 1,037 – 3,334). Auch das Vorliegen von Diabetes mellitus war mit einem erhöhten Risiko verbunden (OR: 1,361; 95 % KI: 1,095 – 1,692). Ein Qi-Mangel, ein Konzept aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, war stark mit Sarkopenie assoziiert (OR: 9,883; 95 % KI: 2,052 – 47,593). Relevant war zudem der Schweregrad der COPD, gemessen anhand der GOLD-Klassifikation. Menschen mit COPD im Stadium C (OR: 2,232; 95 % KI: 1,866 – 2,670) sowie im Stadium D (OR: 2,195; 95 % KI: 1,826 – 2,637) waren deutlich häufiger betroffen als solche in weniger fortgeschrittenen Stadien.

Früherkennung von Risikogruppen ermöglicht präventive Maßnahmen

Sarkopenie tritt bei Menschen mit COPD überdurchschnittlich häufig auf. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen Alter, Albuminwerte, Body-Mass-Index, Tabakkonsum, Diabetes, Qi-Mangel, und die GOLD-Klassifikation. In der Zukunft sollten medizinische Fachkräfte nicht nur auf die frühzeitige Erkennung von Sarkopenie in Hochrisikogruppen achten, sondern auch relevante Vorsorgeinformationen bereitstellen, so die Empfehlung der Autoren.

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