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Relevanz von Atemwegsviren bei akutem oder stabilem Asthma

Original Titel:
Prevalence of respiratory viruses in stable and acute asthma: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Virale Atemwegserkrankungen: Assoziation mit stabilem versus akutem Asthma?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 111 Studien
  • Häufig Atemwegsviren bei stabilem und akutem Asthma

 

DGP Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 111 Studien fand, dass Atemwegsviren sowohl bei stabilem als auch akutem Asthma häufig auftreten. Demnach könnte ein positiver Virustest während akuten Asthmaepisoden nur begrenzt diagnostischen Wert haben und zur Interpretation eines solchen Testergebnisses weitere Biomarker nötig sein.


Atemwegsviren können häufig bei Menschen mit Asthma festgestellt werden und sind in dieser Kombination häufig mit schlechteren Verläufen assoziiert. Wie häufig verschiedene virale Atemwegserkrankungen jedoch konkret bei stabilem oder akutem Asthma auftreten, und ob sich dies je nach Altersgruppe unterscheidet, ist bislang unklar.

Virale Atemwegserkrankungen: Assoziation mit stabilem versus akutem Asthma?

Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, um die Prävalenz respiratorischer Viren bei stabilem und akutem Asthma, Kindern und Erwachsenen zu quantifizieren. Die Recherche identifizierte relevante Studien, in denen Atemwegsviren bei Asthma mit molekularen Techniken ermittelt wurden, aus drei medizin-wissenschaftlichen Datenbanken mit Veröffentlichung bis August 2024.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 111 Studien

Die Metaanalyse umfasste 111 Studien. Bei stabilem Asthma wurden bei 33,9 % der Kinder Atemwegsviren aller Art festgestellt (95 % Konfidenzintervall, KI: 24,8 – 43,7 %), bei Erwachsenen lag die Prävalenz bei 23,0 % (95 % KI: 12,9 – 35,0 %), mit mittlerer Sicherheit der zugrundeliegenden Evidenz. Evidenz mittlerer Sicherheit zeigte zudem, dass bei akutem Asthma die Prävalenz bei Kindern auf 58,8 % (95 % KI: 52,5 – 65,0 %) und bei Erwachsenen auf 49,9 % (95 % KI: 41,2 – 58,5 %) anstieg. Das am häufigsten identifizierte Virus war das Rhinovirus, speziell bei akutem Asthma (Kinder: 45,0 %; Erwachsene: 21,2 %). Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sowie das Bocavirus kamen häufiger bei jüngeren Kindern vor, während das Coronavirus und Influenza häufiger bei Erwachsenen festgestellt wurden. RSV war auch häufiger bei älteren Erwachsenen nachweisbar. Im Vergleich von schwerem versus nicht-schwerem akutem Asthma traten Influenzavirus-B und Adenovirus verstärkt bei Kindern auf, Influenzavirus-A und Parainfluenza-2 hingegen bei Erwachsenen.

Häufig Atemwegsviren bei stabilem und akutem Asthma

Die Autoren schließen, dass Atemwegsviren sowohl bei stabilem als auch akutem Asthma häufig auftreten. Demnach könnte ein positiver Virustest während akuten Asthmaepisoden nur begrenzt diagnostischen Wert haben und weitere Biomarker zur Interpretation eines solchen Testergebnisses nötig sind.

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