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Zu niedrige Grippe-Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen mit Grunderkrankung in Deutschland
Nur etwa 10 % aller Kinder und Jugendlichen mit Grunderkrankung waren in Deutschland in den vergangenen Jahren gegen Grippe (Influenza) geimpft. Das ergab eine Analyse des RKI-Impfquotenmonitorings, die im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 38/2026 veröffentlicht wurde. Zugrunde lagen Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen für die 11 Grippesaisons 2014/2015 bis 2024/2025. Von den schätzungsweise 1,2 Millionen Kindern und Jugendlichen mit einer impfrelevanten Grunderkrankung in Deutschland waren demnach 1,1 Millionen ohne Impfschutz.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) unterstreicht in einer Stellungnahme in derselben Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins nachdrücklich ihre Empfehlung, gefährdete Kinder und Jugendliche gegen Grippe zu impfen, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern, die zu Krankenhausbehandlungen, Komplikationen oder Todesfällen führen können. In den Jahren 2015 bis 2024 entfielen mehr als 30 % aller erfassten Influenza-Hospitalisierungen auf Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Evidenz aus verschiedenen Ländern zeigt, dass Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankung ein deutlich erhöhtes Risko haben, hospitalisiert zu werden, als Kindern und Jugendlichen ohne Grunderkrankung.
Seit mehr als 30 Jahren empfiehlt die STIKO die jährliche Grippeschutzimpfung für Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen. Dazu zählen unter anderem chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas oder Immundefekte. Die jährliche Grippeschutzimpfung sollte im Herbst bzw. Winter erfolgen, d. h. zwischen Oktober und Mitte Dezember, bevor die Grippewelle beginnt. Für Kinder und Jugendliche sind verschiedene Grippe-Impfstoffe verfügbar.