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Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket
Berlin – Mehr als jeder vierte Mensch in Deutschland lebt mit einer Fettleber. Beschwerden treten allerdings oft erst nach Jahren auf, wenn die Leber bereits derart geschädigt ist, dass schwerwiegende Folgen bis hin zum Leberversagen drohen. Unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) fordern daher zahlreiche Fachgesellschaften und Organisationen aus Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie, die Prävention, Früherkennung und Versorgung der Fettleber-Erkrankung zu verbessern. In einem Strategiepapier haben sie konkrete Maßnahmen beschrieben, um die Verbreitung der Fettleber zu verhindern sowie Betroffene früher zu identifizieren und gezielt zu behandeln.
Gemeinsames Strategiepapier von Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie
Verbände schlagen konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Volkskrankheit Fettleber vor
Immer mehr Menschen entwickeln eine Fettleber, vor allem als Folge von Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Schon heute sind mehr als 20 Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen, die zum Spektrum der metabolischen Lebererkrankung (MASLD) gehört. „Eine Fettleber-Erkrankung verursacht meist über Jahre keine Beschwerden und bleibt daher lange unentdeckt“, erklärt der DGVS-Präsident Professor Dr. med. Heiner Wedemeyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Die Folgen können jedoch gravierend sein: Sie reichen von chronischen Entzündungen über Leberzirrhose bis hin zu Leberkrebs und Leberversagen.
Fettleber-Prävention hilft auch gegen andere Volkskrankheiten
Die Leber ist eng in zahlreiche Stoffwechsel im menschlichen Körper involviert und spielt eine Schlüsselrolle bei Energiehaushalt, Immunfunktion und Entgiftung. Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes oder des Herzkreislauf-Systems haben daher auch oft Wechselwirkungen mit der Leber. „Wer die Fettleber-Prävention stärkt, tut zugleich etwas gegen viele andere große Volkskrankheiten unserer Zeit wie Adipositas, Diabetes oder Herzkreislauf-Erkrankungen“, sagt Professorin Dr. med. Elke Roeb, Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung.
„Heute in Prävention zu investieren, ist der beste Weg, um Gesundheitsausgaben der Zukunft zu sparen“, ergänzt Professorin Dr. med. Birgit Terjung, Mediensprecherin der DGVS und Chefärztin der Abteilung Innere Medizin/Gastroenterologie am GFO Klinikum Bonn. Dies dürfe auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um Einsparungen im Gesundheitswesen nicht aus dem Blick geraten.
Das Strategiepapier hat die DGVS gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands, der Deutschen Leberstiftung und der Deutschen Leberhilfe e. V. erarbeitet. Die Verbände fordern von der Politik mehr Anstrengungen im Bereich Prävention, Maßnahmen zur Verbesserung der Früherkennung sowie die Sicherstellung der leitliniengerechten Versorgung.
Die Forderungen in Kürze:
Einen gesunden Lebensstil fördern: Lebergesundheit soll fest in der nationalen Präventionsstrategie verankert werden, begleitet von verbindlicher Verhältnisprävention für gesündere Ernährung und mehr Bewegung im Alltag. Hierzu zählen unter anderem die Lebensmittel-Ampel, die Zuckersteuer und mehr Bewegungsangebote in Kita, Schule und Arbeitswelt.
Fettleber früher erkennen: Fettlebererkrankungen sollen durch eine strukturierte Leberdiagnostik im Gesundheits-Check-up und den Einsatz des sogenannten FIB-4-Scores früher erkannt werden. Mit diesem einfachen Blutwert-basierten Test können Ärztinnen und Ärzte das Risiko für fortgeschrittene Leberschäden besser einschätzen und rechtzeitig gegensteuern.
Betroffene gezielter versorgen: Menschen mit erhöhtem Risiko sollen schneller Zugang zu modernen Diagnoseverfahren wie der ultraschallbasierten Leberelastographie erhalten, die Auskunft über mögliche Leberschäden gibt. Zudem sollen Leberdiagnostik und leitliniengerechte Therapien fest in die Disease-Management-Programme für Adipositas und Typ-2-Diabetes integriert werden.
Forschung stärken: Um die Auswirkungen bestehender Strategien zur Prävention, Früherkennung und Behandlung der Fettleber bewerten und weiterentwickeln zu können, sollen vernetzte Forschungsstrukturen, klinische Studien und gesundheitsökonomische Analysen gezielt gefördert werden.
Zum Strategiepapier: Lebergesundheit der Zukunft. Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Zivilisationskrankheit Fettleber, Berlin, September 2026: https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2026/09/Strategiepapier-Fettleber-2026.pdf
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Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie über 7000 in Klinik und Forschung tätige Ärztinnen und Ärzte unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.
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Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.