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Schlafdauer, Mittags­schlaf und positive Folgen von Klima­schutz für die psychische Gesund­heit: Drei Beiträge im Journal of Health Monitoring

Im Journal of Health Monitoring sind am 4.11.2026 zwei Beiträge mit neuen Daten aus dem Robert Koch-Institut zur Schlafdauer und zur Häufigkeit und Dauer des Mittags­schlafs erschienen, außerdem ein systematischer Review zu psychosozialen Co-Benefits, die mit klima­politischen Maßnahmen einhergehen.

Eine anhaltend zu kurze oder zu lange Schlafdauer ist mit einer Vielzahl gesundheitlicher Risiken assoziiert. Auch ein Mittagsschlaf als 60 Minuten oder mehr wird mit negativen gesund­heitlichen Folgen in Verbindung gebracht. In ihrer Arbeit zur Schlafdauer stellen die Forschenden aus dem Robert Koch-Institut erstmals die Schlafdauer der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland differenziert für Wochentage und Wochenende sowie die gesamte Woche dar. Für 18 – 64-Jährige wird eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden und für Erwachsene ab 65 Jahren von sieben bis acht Stunden pro Nacht empfohlen. Über die gesamte Woche erreichen nur 51,6 % der Befragten die empfohlene Schlafdauer. Die Gruppe der 65-Jährigen und Älteren hält sowohl an Wochen­tagen als auch am Wochenende sowie über die gesamte Woche hinweg am seltensten die Schlaf­empfehlungen ein. Erwachsene in der höheren Bildungsgruppe schlafen im Mittel länger und halten die Empfehlungen entsprechend häufiger ein.

Für die Analyse wurden die Antworten von mehr als 7.300 Teilnehmenden von Mai 2023 bis Februar 2024 mit einem standardisierten, computer­gestützten Telefon­interview im Rahmen der Studie GEDA 2023 ausgewertet. Anhand der Zubettgehzeit, Einschlafdauer und Aufwachzeit wurde die mittlere Schlafdauer und die Einhaltung der Schlaf­empfehlungen berechnet, jeweils getrennt nach Geschlecht, Alter und Bildungsstand sowie für Wochentage, Wochenenden und die gesamte Woche. Außerdem wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Zubett­gehenzeit und der Einhaltung der empfohlenen Schlaf­dauer besteht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass an Wochentagen frühe Zugbett­gehzeiten (bis 22 Uhr) mit einer höheren Wahrscheinlichkeit assoziiert sind, die Schlafempfehlung einzuhalten.

Auch beim Thema Mittagsschlaf fehlten in Deutschland bislang repräsentative Daten zu Häufigkeit und Dauer. Für die aktuelle Auswertung des Robert Koch-Instituts wurden Daten von knapp 8.000 Teilnehmenden der Studie GEDA 2023 ausgewertet.

In Deutschland halten demnach 45,3 % der Erwachsenen mindestens einmal pro Woche einen Mittagsschlaf. Am häufigsten wird dabei ein- bis zweimal pro Woche Mittagsschlaf gehalten, gefolgt von der Gruppe mit täglichem Mittagsschlaf. Ein Viertel der Personen, die mindestens einmal pro Woche einen Mittagsschlaf machen, schlafen dabei 60 Minuten oder länger, was in Zusammen­hang mit einem erhöhten Risiko u. a. für kardiovaskuläre Erkrankungen, Demenz und Depressionen steht. Bei der Interpretation der Befragungs­ergebnisse muss berücksichtigt werden, dass nicht zwischen tatsächlichem Schlaf und einer liegenden inaktiven Ruhephase unterschieden werden kann. Die Ergebnisse geben erste Anhaltspunkte für die Größen­ordnung einer verlängerten Schlafdauer am Tag, die mit einem höheren gesundheitlichen Risiko diskutiert wird.

„Schlaf und Gesundheit“ ist im laufenden Jahr ein Themenschwer­punkt im Journal of Health Monitoring. Zuletzt gab es im August einen Beitrag von RKI-Forschenden über den Anteil an Personen, die pro Nacht weniger als sieben Stunden schlafen.

Der Klimawandel birgt erhebliche Risiken für die psychosoziale Gesundheit, doch über mögliche psychosoziale Co-Benefits klimapolitischer Maßnahmen ist bislang wenig bekannt. Der systematische Review einer Forschenden-Gruppe unter Federführung der Universität Freiburg und der Freien Universität Berlin untersucht psychosoziale Co-Benefits, die mit klima­politischen Maßnahmen einhergehen, und moderierende Faktoren, die diese Effekte beeinflussen. Auch wenn psychosoziale Outcomes in der Regel nicht das primäre Ziel von Klimapolitik sind, können einige Maßnahmen Wohlbefinden oder sozialen Nutzen ausdrücklich neben Umweltzielen verfolgen.

Das Fazit der Autorinnen und Autoren: Klimapolitische Maßnahmen – vor allem weniger Luftver­schmutzung, Umweltsteuern und mehr naturnahe Maßnahmen in Städten – standen mit einem höheren Wohlbefinden, einer besseren psychischen Gesundheit und einem stärkeren sozialen Zusammenhalt in Zusammenhang. Wie stark diese positiven Effekte ausfielen, hing unter anderem davon ab, wie sehr sich die Umwelt und die körperliche Gesundheit verbesserten. Außerdem unterschieden sich die Auswirkungen je nach sozialer und wirtschaftlicher Lage, Alter und Umfeld, zum Beispiel zwischen Schulen sowie ländlichen und städtischen Gebieten.