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Neuer Risikowert sagt Herzerkrankungen bei Diabetes voraus

Original Titel:
Association and predictive value of the triglyceride glucose-weight adjusted waist index for cardiovascular outcomes in patients with type 2 diabetes

Kurz & fundiert

  • Ziel: Herz-Kreislauf-Erkrankugen bei Typ-2-Diabetes frühzeitig erkennen
  • Datenauswertung von 10 092 Teilnehmern aus den Studien ACCORD- und ACCORDION
  • Neuer Risikowert TyG-WWI kombiniert Triglyzeride, Glukose, Gewicht und Taillenumfang
  • Höherer TyG-WWI-Wert korrelierte mit höherem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Pro 1-SD Anstieg steigen die Risiken für Herzinsuffizienz um 28 % und für Gesamtmortalität um 12 %
  • TyG-WWI war als prädiktiver Marker dem klassischen TyG-Index überlegen

 

DGP Eine neue Studie zeigt, dass ein erhöhter TyG-WWI-Wert – ein neu entwickelter Index basierend auf Triglyzeriden, Glukose, Gewicht und Taillenumfang – bei Menschen mit Typ-2-Diabetes signifikant mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gesamtmortalität verbunden ist. Der TyG-WWI erweist sich zudem als besserer Prädiktor als bisher genutzte Indikatoren.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Komplikationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und sind maßgeblich für erhöhte Sterblichkeitsraten verantwortlich. Die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten spielt daher eine zentrale Rolle in der Prävention und Behandlung.

Frühzeitige Identifikation von Risikopatienten zentral bei Diabetes

Eine Studie hat nun den Zusammenhang zwischen einem neuartigen Index, dem TyG-WWI (Triglyzerid-Glukose-Gewichts-korrigierter Taillenumfang-Index), kardiovaskulären Ereignissen und der Gesamtmortalität bei Menschen mit Typ-2-Diabetes untersucht. Darüber hinaus wurde die prädiktive Aussagekraft dieses Index untersucht. Hierzu wurden die Daten aus den Diabetes Studien ACCORD- und ACCORDION analysiert.

Analyse von Studiendaten mit 10 092 Teilnehmern: neuer Risikoindex TyG-WWI

Die Analyse umfasste Daten von 10 092 Menschen. Ein höherer TyG-WWI-Wert war signifikant mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE), koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Gesamtmortalität verbunden. Pro Standardabweichung des Anstiegs des TyG-WWI stiegen die Risiken um 11 % für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, um 8 % für schwere koronare Herzkrankheit, um 28 % für Herzinsuffizienz und um 12 % für die Gesamtmortalität. Statistische Analysen zeigten eine nichtlineare Beziehung zur Gesamtmortalität.

Hoher TyG-WWI-Wert zeigte erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, Überlegenheit gegenüber klassischem TyG-Index

Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen bestätigten die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Zudem übertraf der TyG-WWI den klassischen TyG-Index hinsichtlich seiner prädiktiven Genauigkeit. Es zeigte sich eine signifikant positive lineare Beziehung zwischen TyG-WWI und negativen Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, während bei der Gesamtmortalität eine U-förmige Beziehung bestand.

TyG-WWI als unabhängiger Risikofaktor bei Typ-2-Diabetes

Der TyG-WWI stellte demnach einen unabhängigen prädiktiven Marker für kardiovaskuläre Ereignisse und Gesamtmortalität bei Menschen mit Typ-2-Diabetes dar. Der Index könnte zukünftig in der klinischen Praxis helfen, Hochrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren, so der Ausblick der Autoren.

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