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COVID-19 steigert Autoimmun-Krankheitsrisiko

Original Titel:
Association between COVID-19 and New-Onset Autoimmune Diseases: Updated Systematic Review and Meta-Analysis of 97 Million Individuals

Kurz & fundiert

  • Neue Autoimmunerkrankung nach COVID-19?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 17 Kohortenstudien
  • Höheres Autoimmun-Risiko nach COVID-19, geringeres Risiko mit Impfung

 

DGP Die Infektion mit dem neuen Coronavirus und die Erkrankung COVID-19 kann das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 17 Kohortenstudien. Dies betraf speziell Erkrankungen des Gefäß- und Bindegewebssystems. Schwerere Erkrankungen mit COVID-19 steigerten, Impfungen hingegen senkten das Risiko.


Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und die Erkrankung COVID-19 können eine langfristige Dysregulation des Immunsystems auslösen. Ob dies dazu führen kann, dass sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt, ist jedoch unklar.

Neue Autoimmunerkrankung nach COVID-19?

Wissenschaftler untersuchten nun das relative Risiko neu auftretender Autoimmunerkrankungen nach COVID-19 im Rahmen eines systematischen Reviews mit Metaanalyse über bevölkerungsweite Kohortenstudien. Die systematische Recherche ermittelte relevante Studien mit Personen mit und ohne bestätigtem COVID-19 aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken MEDLINE, Embase, Cochrane Library und Web of Science, mit Veröffentlichungsdaten bis 31. März 2025. Die Analyse bestimmte das jeweilige Risiko in Form von Hazard Ratios (HR) mit 95 % Konfindenzintervallen (95 % KI). In Untergruppenanalysen betrachtete die Studie die Rolle des Schweregrads von akutem COVID-19, des Impfstatus und demographischer Parameter.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 17 Kohortenstudien

Die Metaanalyse schloss 17 Kohortenstudien mit zusammen über 250 Millionen Personenjahren ein. COVID-19 war mit einem um 49 % höheren Risiko für eine neu-auftretende Autoimmunerkrankung assoziiert (Hazard Ratio, HR: 1,49; 95 % KI: 1,21 – 1,83; p = 0,0002). Signifikante Assoziationen (p < 0,05) fanden die Autoren in 17 der 23 untersuchten Erkrankungen. Das höchste Risiko wurde bei dem Antiphospholipidsyndrom festgestellt (HR: 2,16), bei der ANCA-assoziierten Vaskulitis (HR: 2,15), Mischkollagenose (HR: 2,12) und Immunthrombozytopenie (auch als idiopathische thrombozytopenische Purpura bezeichnet; HR: 1,87). Das Risiko war höher nach schwerem COVID-19 (HR: 1,70) und reduziert bei geimpften Personen (Geimpft: HR: 0,56; Ungeimpft: HR: 1,42).

Die Studienlage bot eine moderate Qualität der Evidenz bei Aspekten mit großen Effektgrößen, insgesamt jedoch wurde aufgrund der hohen Heterogenität und nicht-randomisierter Studien eine niedrige Evidenzqualität festgestellt.

Höheres Autoimmun-Risiko nach COVID-19, geringeres Risiko mit Impfung

Die Autoren schließen, dass die Infektion mit dem neuen Coronavirus und die Erkrankung COVID-19 das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen kann. Dies betrifft speziell Erkrankungen des Gefäß- und Bindegewebssystems. Das Risiko wird durch schwerere Erkrankungen mit COVID-19 gesteigert, Impfungen hingegen senkten es.

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