Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen
Teclistamab-Daratumumab bei refraktärem Multiplem Myelom oder Rückfall
Original Titel:
Teclistamab plus Daratumumab in Relapsed or Refractory Multiple Myeloma
- Teclistamab-Daratumumab bei refraktärem Multiplem Myelom oder Rückfall?
- Randomisiert-kontrollierte Phase-3-Studie mit 587 Patienten
- Signifikant längeres progressionsfreies Überleben mit Kombination
DGP – Eine randomisiert-kontrollierte klinische Studie der Phase 3 fand, dass die Therapie mit Teclistamab-Daratumumab bei Patienten mit zuvor bereits behandeltem Multiplem Myelom zu signifikant längerem progressionsfreiem Überleben führt als eine Behandlung mit Daratumumab kombiniert mit Dexamethason plus entweder Pomalidomid (DPd) oder Bortezomib (DVd).
Das Multiple Myelom ist eine Form des Lymphdrüsenkrebses, bei dem sich Plasmazellen, eine Gruppe weißer Blutkörperchen, im Knochenmark unkontrolliert vermehren. Dadurch werden gesunde, blutbildende Zellen verdrängt.
Teclistamab ist ein bispezifischer Antiköper gegen den CD3-Marker auf der Oberfläche von T-Zellen sowie gegen das B-Zell-Reifungsantigen auf Myelomzellen. In einer Studie der Phase 1 – 2 erreichte Teclistamab anhaltendes Ansprechen bei stark vorbehandelten Patienten nach Rückfall oder bei refraktärem Multiplem Myelom. Daratumumab, ein monoklonaler Antikörper gegen das CD38-Protein, zeigte Vorteile für das Überleben von Patienten mit Multiplem Myelom.
Teclistamab-Daratumumab bei refraktärem Multiplem Myelom oder Rückfall?
Eine klinische Studie der Phase 3 untersuchte nun die Wirksamkeit der Kombination beider Wirkstoffe. Patienten mit 1 – 3 vorherigen Behandlungen erhielten zufällig eine Kombinationstherapie mit Teclistamab-Daratumumab oder Daratumumab kombiniert mit Dexamethason plus entweder Pomalidomid (DPd) oder Bortezomib (DVd). Als primäres Behandlungsergebnis betrachtete die Studie das progressionsfreie Überleben.
Randomisiert-kontrollierte Phase-3-Studie mit 587 Patienten
Insgesamt wurden 587 Patienten einer randomisierten Behandlung zugewiesen, davon wurden 291 Patienten mit Teclistamab-Daratumumab behandelt, die DPd- und DVd-Gruppen umfassten zusammen 296 Patienten. Das progressionsfreie Überleben war mit Teclistamab-Daratumumab signifikant länger als mit DPd oder DVd (Median: 34,5 Monate). Die geschätzte Rate progressionsfreien Überlebens über 36 Monate betrug 83,4 % mit Teclistamab-Daratumumab und 29,7 % mit DPd oder DVd (Hazard Ratio, HR: 0,17; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,12 – 0,23; p < 0,001). Signifikant mehr Patienten erreichten mit Teclistamab-Daratumumab (81,8 %) ein mindestens vollständiges Ansprechen als mit DPd oder DVd (32,1 %; p < 0,001). Auch das Gesamtansprechen war signifikant höher mit Teclistamab-Daratumumab (89,0 % vs. 75,3 %; p < 0,001). Mehr als die Hälfte der Patienten erreichten mit Teclistamab-Daratumumab den Status keiner minimalen Resterkrankung (58,4 %), während dies mit DPd oder DVd lediglich 17,1 % erreichten (p < 0,001). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 70,7 % der Patienten mit Teclistamab-Daratumumab sowie bei 62,4 % der Patienten mit DPd oder DVd auf. Zu Todesfällen aufgrund unerwünschter Ereignisse kam es bei 7,1 % und 5,9 %.
Signifikant längeres progressionsfreies Überleben mit Kombination
Die Autoren schließen, dass die Therapie mit Teclistamab-Daratumumab bei Patienten mit zuvor bereits behandeltem Multiplem Myelom zu signifikant längerem progressionsfreiem Überleben führt als eine Behandlung mit Daratumumab kombiniert mit Dexamethason plus entweder Pomalidomid (DPd) oder Bortezomib (DVd).
© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom