Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

Welt-Kontinenz-Woche 2026: Hilfe bei Blasenschwäche

Für Frauen mit Belastungsinkontinenz stehen heute deutlich mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Neben bewährten operativen Verfahren hat sich insbesondere die minimal-invasive Hydrogel-Injektionstherapie als schonende Behandlungsoption etabliert. Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt sowie die Gynäkologie am Schiffer Campus informieren anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche über moderne Therapien, die betroffenen Frauen zu mehr Lebensqualität verhelfen können.

Unfreiwilliger Urinverlust beim Husten, Lachen, Sport oder Treppensteigen gehört für viele Frauen zum Alltag. Die sogenannte Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form der Harninkontinenz bei Frauen. Ursache ist oftmals eine Schwächung des Beckenbodens, beispielsweise nach Schwangerschaften und Geburten, durch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, Übergewicht, altersbedingte Veränderungen oder eine angeborene Bindegewebsschwäche.

„Viele Frauen schränken ihren Alltag über Jahre hinweg ein, bevor sie medizinische Hilfe suchen. Dabei verfügen wir heute über ein breites Spektrum wirksamer Therapien, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen abgestimmt werden können“, sagt Prof. Dr. Sven Becker, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt. „Wichtig ist vor allem, dass Frauen wissen: Inkontinenz ist in vielen Fällen sehr gut behandelbar.“

Minimal-invasive Alternative zu größeren Operationen

Neben etablierten operativen Verfahren zur Stabilisierung der Harnröhre und des Beckenbodens haben sich in den vergangenen Jahren sogenannte Bulking-Mittel als minimal-invasive Alternative etabliert. Dabei wird ein biokompatibles Hydrogel gezielt in die Wand der Harnröhre injiziert, um dort das Gewebevolumen zu vergrößern. „Durch die Aufpolsterung verbessert sich der Schließmechanismus der Harnröhre und verhilft damit zu einer besseren Harnkontrolle“, erklärt Dr. Anna Kubiak, Chefärztin der Gynäkologie am Schiffer Campus der Universitätsmedizin Frankfurt.

Das an der Universitätsmedizin Frankfurt und am Schiffer Campus eingesetzte Hydrogel Bulkamid besteht zu 97,5 Prozent aus Wasser und zu 2,5 Prozent aus Polyacrylamid. Das Material ist biokompatibel, nicht resorbierbar und verbleibt am Ort der Injektion. Eingebracht wird es mithilfe eines speziellen Endoskops unter direkter Sichtkontrolle in das Gewebe der oberen Harnröhre.

Der Eingriff dauert im Regelfall etwa zehn Minuten und gilt als komplikationsarm und effektiv. Es sind keine Schnitte notwendig. „Besonders Frauen, die möglichst rasch wieder arbeits- und alltagsfähig sein möchten, können von diesem Verfahren profitieren“, sagt Dr. Anna Kubiak.

Individuelle Behandlung statt Standardlösung

Die Expertinnen und Experten beider Standorte betonen, dass die Behandlung von Inkontinenz immer individuell erfolgen sollte. Neben konservativen Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Pessaren und medikamentösen Therapien stehen unterschiedliche operative Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem rekonstruktive Eingriffe zur Stabilisierung von Harnröhre und Beckenboden sowie minimal-invasive Injektionstherapien.

Neben der Versorgung von Patientinnen engagiert sich die Universitätsmedizin Frankfurt auch in der ärztlichen Fortbildung. So fand am Schiffer Campus kürzlich ein Workshop für operativ tätige Gynäkologinnen und Gynäkologen statt, bei dem die Anwendung der Hydrogel-Injektionstherapie gelehrt wurde.

Die Welt-Kontinenz-Woche soll dazu beitragen, über Ursachen, Prävention und moderne Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz aufzuklären. Mit spezialisierten Sprechstunden, individueller Beratung und modernen Therapieangeboten engagieren sich die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt sowie die Gynäkologie am Schiffer Campus dafür, betroffenen Frauen den Weg zu einer wirksamen Behandlung zu erleichtern und das Thema aus der Tabuzone zu holen.