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Ultraschall auch zur Diagnose von tief-infiltrierender Endometriose
Original Titel:
Ultrasound as a noninvasive diagnostic tool to detect deep endometriosis using the International Deep Endometriosis Analysis terminology
- Ultraschall auch zur Diagnose von tief-infiltrierender Endometriose?
- Internationale prospektive Multizentrenstudie mit 1 796 Patientinnen
- Hohe diagnostische Genauigkeit mit Ultraschall, Potenzial für schnellere und einfachere Diagnosen
DGP – Die nicht-invasive Diagnose einer tief-infiltrierenden Endometriose mit transvaginalem Ultraschall hat eine hohe diagnostische Genauigkeit, fand eine internationale prospektive Multizentrenstudie mit 1 796 Patientinnen. Die Methode könnte gut in der gynäkologischen Praxis implementiert werden und so womöglich zu einer schnelleren, patientenfreundlicheren Diagnose und Behandlung führen, so das Fazit der Autoren.
Mittlerweile ist Ultraschall als Methode zur Diagnose der Endometriose etabliert – eine Diagnose per Operation ist typischerweise nicht mehr notwendig. Kann aber auch eine tief-infiltrierende Endometriose mit Hilfe eines transvaginalen Ultraschalls diagnostiziert werden?
Ultraschall auch zur Diagnose von tief-infiltrierender Endometriose?
Wissenschaftler untersuchten dies nun in einer internationalen prospektiven Multizentrenstudie zur Genauigkeit der Diagnostik. Die Studie umfasste 8 Studienzentren in 8 Ländern und schloss Patientinnen mit Verdacht auf tief-infiltrierende Endometriose zwischen September 2019 und November 2023 ein. Als Referenz zur Ultraschall-Untersuchung wurde eine direkte Visualisierung der Endometriose mittels Laparoskopie genutzt.
Die Studie ermittelte, wie gut Ultraschall zur Diagnose der tief-infiltrierenden Endometriose geeignet war, anhand von AUC (Area under the curve), Sensitivität, Spezifität (korrekt als negativ erkennen) sowie positivem und negativem prädiktiven Wert (PPV und NPV). Die Sensitivität entsprich dem Prozentsatz der korrekt mit tief-infiltrierender Endometriose diagnostizierten Frauen. Mit Spezifität wird der Prozentsatz der korrekten Diagnosen von nicht an einer tief-infiltrierenden Endometriose leidenden Frauen bezeichnet.
Internationale prospektive Multizentrenstudie mit 1 796 Patientinnen
Insgesamt umfasste die Studie 1 796 Patientinnen, die mit transvaginalem Ultraschall untersucht wurden. Von diesen erfolgte bei 1 182 Frauen auch eine laparoskopische Operation, die als Referenztest diente. Das durchschnittliche Alter der Frauen lag bei 32 Jahren. 76 % hatten bisher kein Kind geboren, 41 % nutzten zu Beginn der Untersuchung eine Hormontherapie, bei 30 % der Frauen war zuvor bereits eine Endometrioseoperation erfolgt. Die Mehrzahl der Frauen (92 %) litt an Dysmenorrhö, 32 % hatten einen unerfüllten Kinderwunsch bzw. hatten eine Infertilitätsdiagnose. Bei 34 % der Frauen lagen sonographische Hinweise auf eine Adenomyose vor.
Auf Basis der direkten Visualisierung in der OP wurde bei 96,4 % der Frauen (1 140/1 182) eine Endometriose diagnostiziert, bei 78,1 % (923/1 182) lag eine tief-infiltrierende Endometriose vor. Die diagnostische Leistung des transvaginalen Ultraschalls zur Identifizierung einer tief-infiltrierenden Endometriose wurde anhand verschiedener Maße erfasst:
- AUC: 0,88; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,85 – 0,90
- Sensitivität: 95 %; 95 % KI: 94 – 97 %
- Spezifität: 80 %; 95 % KI: 75 – 85 %
- PPV: 95 %; 95 % KI: 93 – 96 %
- NPV: 82 %; 95 % KI: 77 – 87 %
Die Sensitivität war am höchsten für tief-infiltrierende Endometriose im Darm (87 %; 95 % KI: 83 – 90 %) gefolgt von dem linken uterosakralen Ligament (78 %; 95 % KI: 74 – 82 %). Die Spezifität war am höchsten für tief-infiltrierende Endometriose in der Blase (99 %; 95 % KI: 99 – 100 %).
Hohe diagnostische Genauigkeit mit Ultraschall, Potenzial für schnellere und einfachere Diagnosen
Die Autoren schließen, dass die nicht-invasive Diagnose einer tief-infiltrierenden Endometriose mit transvaginalem Ultraschall eine hohe diagnostische Genauigkeit hat. Die Methode könnte somit gut in der gynäkologischen Praxis implementiert werden und so womöglich zu einer schnelleren, patientenfreundlicheren Diagnose und Behandlung führen.
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