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„Das eine Glas wird schon nicht schaden?“
Der Tag des alkoholgeschädigten Kindes rückt am 9. September Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und FASD in den Mittelpunkt.
Jena (UKJ/me). Alkohol in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit, im Gegenteil: Rund zehn Prozent aller Babys leiden unter den Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. „Wer glaubt, das eine Glas wird schon nicht schaden, der liegt falsch“, sagt Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Leiter der Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ). „Jeder Schluck ist zu viel. Denn Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann nicht nur Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen verursachen, sondern bereits dem Kind im Mutterleib schaden und auch ein Leben lang zu Beeinträchtigungen führen“, warnt er.
Um auf das Thema aufmerksam zu machen, veranstaltet die Klinik im Rahmen des Tags des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September 2026 gemeinsam mit der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e. V. und der Selbsthilfegruppe FASD Jena einen FASD-Fachtag. Unter dem Motto „Leben mit FASD im Dialog“ kommen von 9:00 bis 16:30 Uhr verschiedene Expertinnen und Experten aus Medizin, Pädagogik, Jugendhilfe und Suchthilfe sowie Betroffene zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei drei zentrale Anliegen: Vernetzen, Verstehen, Handeln. Verschiedene Vorträge und Workshops bieten Raum für fachlichen Austausch.
„FASD ist ein sehr vielfältiges Krankheitsbild. Neben körperlichen Auffälligkeiten können neurologische und psychische Beeinträchtigungen auftreten, die den Alltag der betroffenen Kinder und später auch Erwachsenen oft ein Leben lang prägen. Dabei reicht das Spektrum von vergleichsweise leichten Einschränkungen bis zu erheblichen Beeinträchtigungen“, erklärt der Experte für Geburtsmedizin.
Verschiedene Expertinnen und Experten werden am Fachtag nicht nur aktuelles Wissen, beispielsweise zu Therapie- und Hilfsangeboten, vermitteln, sondern auch den Dialog zwischen den verschiedenen Fachbereichen, Betroffenen und Angehörigen stärken. So wird sich auch die FASD-Selbsthilfegruppe Jena vorstellen. Denn ein besseres Verständnis für FASD ist eine wichtige Voraussetzung dafür, passende Unterstützungsangebote zu entwickeln und gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten zu schaffen.
„Wenn schwanger, dann ZERO!“
Um das Thema auch für die Öffentlichkeit greifbar zu machen, ist vom 13. bis 27. September 2026 die interaktive Ausstellung „Wenn schwanger, dann ZERO!“ in der Magistrale des Universitätsklinikums Jena zu sehen. Die Ausstellung informiert anschaulich über die Auswirkungen von Alkohol in der Schwangerschaft.
Film VENA wird gezeigt
Am 9. September wird um 14:00 Uhr ein Film über eine alkohol- und drogenabhängige Schwangere durch das clean4us-Team präsentiert, der einen realitätsnahen Einblick in die Herausforderungen eines solchen Lebens ermöglicht.
Termin auf einen Blick:
FASD-Fachtag am 9. September 2026
„Leben mit FASD im Dialog“
Universitätsklinikum Jena
Hörsaal 1
07747 Jena