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Was Menschen am Lebensende wirklich brauchen
Forschende der Universität Witten/Herdecke haben eine Handreichung entwickelt, die Hospizen und Palliativeinrichtungen hilft, besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse schwerkranker Menschen einzugehen
- Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern individuelle Begleitung
- Aktuell zeigen sich noch Defizite bei der Berücksichtigung dieser Bedürfnisse
- Neue Handreichung bietet praktische Hilfe
Hospize und Palliativeinrichtungen möchten Menschen in ihrer letzten Lebensphase möglichst individuell begleiten. Doch nicht alle Menschen haben die gleichen Voraussetzungen, um diese Unterstützung auch tatsächlich zu erhalten.
Was passiert beispielsweise, wenn Patient:innen kaum Deutsch sprechen und wichtige Entscheidungen über ihre Behandlung treffen müssen? Oder wenn gleichgeschlechtliche Partner:innen nicht selbstverständlich als Angehörige anerkannt werden? Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben eine Handreichung entwickelt, die Einrichtungen dabei unterstützt, solche Hürden zu erkennen und abzubauen.
Wenn Barrieren den Zugang erschweren
Die Herausforderung beginnt allerdings nicht erst innerhalb der Einrichtungen:
„Nur weil diese Menschen in einer Einrichtung bisher nicht sichtbar sind, heißt das ja nicht, dass es keinen Bedarf gibt. Es kann eben auch sein, dass bestimmte Menschen durch bestehende Barrieren gar nicht erst den Weg in die Versorgung finden“, erklärt Till Neugebauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Versorgungsforschung der UW/H.
Deshalb sollten Einrichtungen nach Ansicht der Forschenden nicht erst reagieren, wenn Schwierigkeiten auftreten, sondern ihre Angebote und Abläufe frühzeitig auf mögliche Barrieren überprüfen.
Konkrete Hilfe für den Hospizalltag
Wie das gelingen kann, zeigt die Handreichung, die im Forschungsprojekt ParDiMi (Partizipative Entwicklung einer Handreichung zur diversitätssensiblen Palliativ- und Hospizversorgung am Beispiel des Migrationshintergrunds) gemeinsam mit Patient:innen, Angehörigen und Beschäftigten entwickelt wurde.
Darin enthalten sind konkrete Anregungen, wie Einrichtungen ihre Angebote verbessern können. Beispielsweise indem sie festlegen, wann professionelle Dolmetscher:innen hinzugezogen werden, indem mehrsprachige Informationen bereitstellen oder sicherstellen, dass auch gleichgeschlechtliche Partner:innen selbstverständlich in die Betreuung mit einbezogen werden. Fallbeispiele und praktische Tipps in der Handreichung erleichtern die Umsetzung.
Sie richtet sich insbesondere an Hospize und Palliativeinrichtungen, die bei diesem Thema ein Verbesserungspotenzial sehen. Sie soll ihnen helfen, erste Veränderungen anzustoßen, ohne dafür umfassende neue Versorgungskonzepte entwickeln zu müssen.
Weitere Informationen: Das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Projekt lief von Oktober 2023 bis Juni 2026. Die Handreichung sowie eine ergänzende Broschüre und kurze Einführungsvideos stehen kostenlos unter www.uni-wh.de/pardimi zur Verfügung.