Die Behandlung von Brustkrebs – beispielsweise mit Anthrazyklinen, Trastuzumab oder Strahlentherapie – kann die Gefäßgesundheit beeinträchtigen. Ob dies auch zu einer erhöhten Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, wurde anhand bevölkerungsbasierter Daten aus dem Landeskrebsregister NRW untersucht.
Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 58 000 Männern, die mindestens 65 Jahre alt waren. Sowohl Metformin als auch eine Testosteronersatztherapie gingen bei älteren Männern mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Der schützende Effekt war bei Metformin deutlicher.
Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und der brustkrebsbedingten Sterblichkeit sowie der Rezidivrate wurde bereits in Beobachtungsstudien und Metaanalysen untersucht. Eine neue Übersichtsarbeit und Metaanalyse berücksichtigte neben aktuellen Studien auch mögliche Einflussfaktoren wie den Östrogenrezeptorstatus und das Tumorstadium.
Adipositas ist kein Risikofaktor für eine Chemotherapie- oder Trastuzumab-assoziierte Kardiotoxizität, zeigte eine retrospektive Datenanalyse über 368 Patienten mit Brustkrebs oder Lymphom. Stattdessen waren Arrhythmien in der Vorgeschichte relevant.
Kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder venöse Thromboembolie waren bei Krebspatienten mit Knochenmetastasen keine Seltenheit und gingen mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler bei einer Untersuchung von 23 113 Krebspatienten mit Knochenmetastasen.
Wenn sich Brustkrebspatientinnen nach einer Strahlentherapie ausreichend bewegen, scheinen sie nicht häufiger als Frauen aus der Allgemeinbevölkerung unter akuten Herzerkrankungen zu leiden. In weiteren Studien sollte nun ermittelt werden, wie viel Sport für den Schutz vor Herzerkrankungen notwendig ist. Bis dahin kann schon festgehalten werden: Sport tut Brustkrebspatientinnen gut.
Ältere Brustkrebspatientinnen (Stadium 0 bis III) könnten von einer Behandlung mit Bisphosphonaten in Form von einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse profitieren, wie die im folgenden beschriebenen Studienergebnisse aus den USA nahelegen.
Europäische Forscher verglichen das Risiko für Herzkrankheiten zwischen Krebsüberlebenden und Personen, die nie an Krebs erkrankt waren. Für Brustkrebspatientinnen konnte Entwarnung gegeben werden: sie erkrankten nicht häufiger am Herzen als die Kontrollgruppe ohne Krebs.
Chemotherapien können erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Chinesische Forscher zeigten, dass Herzprobleme eine recht häufige Nebenwirkung von Chemotherapien mit den Wirkstoffen 5-Fluoruracil oder Capecitabin sind. Fast jeder 3. Patienten war von diesen betroffen. Eine sorgfältige Kontrolle der Patienten ist somit äußerst wichtig.