Viele Frauen mit Brustkrebs nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein – doch ob diese wirklich helfen oder sogar schaden, war bisher unklar. Eine aktuelle dänische Studie untersuchte, wie sich die Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe auf die Lebenserwartung nach einer Brustkrebsdiagnose auswirkt. Die Ergebnisse zeigen: Nicht alle Nahrungsergänzungsmittel sind gleich, und zu viel kann schädlich sein. Ein Austausch mit dem Behandlungsteam ist somit ratsam.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 5 Studien fand, dass die Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 in moderatem Maße depressive Symptome lindern kann. Der Effekt wurde in primären depressiven Störungen sowie bei Patienten mit Depression als Folgeerkrankung festgestellt. Einflüsse auf Fatigue im Rahmen der Depression sind allerdings weiterhin unsicher.
Viele Patientinnen mit Brustkrebs greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl für viele Inhaltsstoffe, sofern kein nachgewiesener Mangel besteht, keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten vorliegen. Innerhalb einer dänischen Studie wurde daher der Zusammenhang zwischen der Einnahme unterschiedlicher Nahrungsergänzungsmittel und der Lebenserwartung bei Brustkrebs untersucht.
Vitamin D scheint für die Entstehung und den Verlauf von Brustkrebs eine Rolle zu spielen. Auf welchen Wegen Vitamin D Brustkrebserkrankungen beeinflusst, ist aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Ein neuer Mechanismus, der in dieser Übersichtsarbeit dargestellt wird, scheint in Veränderungen des Darm-Mikrobions und der vermehrten Bildung kurzkettiger Fettsäuren zu bestehen.
Selen hat bei Brustkrebs vorbeugend und therapiebegleitend hohe Aufmerksamkeit erlangt. Es kann z. B. vor oxidativem Stress schützen und das Immunsystem unterstützen. Eine zu hohe Selenzufuhr und bestimmte Erbanlagen können aber oxidativen Stress anfeuern, DNA-Schäden, Entzündungen und das Fortschreiten von Tumorerkrankungen fördern. Man spricht auch von einem Selen-Paradoxon und muss bei der Einnahme selenhaltiger Nahrungsergänzungsmittel genauer hinsehen, wie diese Übersichtsarbeit ausführt.
Eine Nahrungsergänzung mit täglich Omega-3-Fettsäuren und wöchentlich Vitamin D über insgesamt 9 Wochen führte zu signifikanten Verbesserungen in Lebensqualität und Entzündungsmarkern bei Frauen mit neu-diagnostiziertem Brustkrebs in der Chemotherapie, zeigte eine randomisiert-kontrollierte, offene Studie mit 88 Patientinnen.
Eine kontrollierte Studie mit 33 Teilnehmerinnen fand mit Vitamin D einen geringfügig stärkeren Anstieg des AMH-Spiegels 6 Monate nach der Brustkrebs-Chemotherapie, jedoch keinen signifikant protektiven Effekt der Nahrungsergänzung auf die für die Fruchtbarkeit kritische ovarielle Reserve. Weitere Studien sollen mit besserer Dosierung und Behandlungsdauer die Effekte von Vitamin D überprüfen.
In einer Online-Befragung berichteten die meisten Brustkrebs-Patienten von Nebenwirkungen der Antihormontherapie. Viele brachen die Therapie vorzeitig ab. Gesunde Ernährung und Bewegung, Yoga/Akupunktur und Vitamine/Nahrungsergänzungen konnten die therapiebedingten Nebenwirkungen lindern.
Es ist umstritten, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D bestimmten Krankheiten vorbeugen kann. Aus diesem Grund führten Wissenschaftler aus Boston (USA) eine groß angelegte Studie durch. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die tägliche Nahrungsergänzung mit hochdosiertem Vitamin D3 weder das Risiko, an Krebs zu erkranken, noch das Risiko, von einem dramatischen Herz-Kreislauf-Ereignis betroffen zu sein, senkte.
Die ergänzende Behandlung mit L-Carnitin ist nach dieser kleinen Pilotstudie eine mögliche vielversprechende Stütze der chemotherapeutischen Behandlung einer Krebserkrankung. Größere Studien untersuchen derzeit die Wirkung von L-Carnitin im Rahmen der Fatigue-Behandlung, aber auch zur Unterstützung bei starkem Gewichtsverlust (Kachexie) bei Krebserkrankungen. L-Carnitin könnte also noch öfter als vermutlich nützliche Beigabe für Patienten auftauchen.
Ob sich Ernährungssupplemente oder bestimmte Ernährungsmuster zur Behandlung von Fatigue bei Brustkrebspatientinnen eignen, untersuchten brasilianische Wissenschaftler in ihrer Studie. 8 Studien werteten sie gemeinsam aus und fanden, dass das Supplement Guarana und eine Ernährungsweise mit Vollwertprodukten, omega-3-Fettsäuren, Obst und Gemüse am hilfreichsten waren.