Die Migränetherapie braucht ein Rundumkonzept mit Medikamenten und Hilfe zur Selbsthilfe, auch mit ergänzenden Therapieansätzen. Im aktuellen Gesamtüberblick über die Vielzahl komplementärer Maßnahmen schienen die Risiken gering, die Vorteile aber häufig klar messbar zu sein. Grundsätzlich gehören damit komplementäre Ansätze in der Migränetherapie auf den Tisch und sollten offen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden um die bestmögliche, individuelle Kombination von therapeutischen Maßnahmen zusammenzustellen.
Im crossover-Verfahren erhielten Migränepatienten entweder über 2 Monate das Nahrungsergänzungsmittel Magnesium oder das Antiepileptikum Valproat und wechselten anschließend zur jeweils anderen Therapie. Die Nahrungsergänzung beugte dabei ähnlich effektiv Migräneanfällen vor wie das Medikament.
In der Gesamtanalyse von fünf Studien zeigte sich ein guter Effekt der Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 zur vorbeugenden Behandlung von Migräne, obwohl die einzelnen Untersuchungen mit unterschiedlichen Patientengruppen und Dosierungen durchgeführt wurden. Die Migränedauer wurde demnach wirksam behandelt, nicht aber die Zahl der Attacken.
Eine Forschergruppe verglich Konzentration und Aufnahme von Coenzym Q10 (CoQ10) als Nahrungsergänzung in drei unterschiedlichen chemischen Formen von unterschiedlichen Herstellern. Dabei zeigte sich, dass die Aufnahme von CoQ10 sehr individuell ist und auch von der chemischen Form der Substanz abhängt. Besonders die liposomale Form der Nahrungsergänzung schien weniger effektiv zu sein.
Grundlegend bestätigte diese placebokontrollierte Doppelblindstudie, dass die Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 bei Migräne nicht nur ein Placeboeffekt ist, sondern messbare Veränderungen im Körper bewirkt: Linderung der Symptome, die Abnahme des Migränemarkers CGRP sowie eines Entzündungsmarkers.
Vor der 12-wöchigen klinischen Studie wurden die Basis-Werte der Patienten über einen Monat hinweg aufgenommen. Dazu dokumentierten sie in einem 30-tägigen Tagebuch das Vorkommen von Kopfschmerzen und untersuchten Blutwerte zum Studienanfang und -ende. TGF- ? gilt dabei als Biomarker mit positivem Effekt auf Migräne, IL-17 mit einem negativen. An der Studie nahmen 80 Patienten teil, die zwischen 18 und 45 Jahre alt waren, einen BMI zwischen 18,5 und 30 kg/m2 hatten und im Durchschnitt seit 11,5 Jahren an Migräne litten. Erhoffte Effekte von Vitamin D auf die Migräne wurden nicht gesehen, jedoch zeigten sich Auswirkungen auf die untersuchten Biomarker.
Die Wirkung von Ingwer-Extrakt auf Übelkeit und Schmerzen wurde bereits erfolgreich analysiert, nun soll untersucht werden, wie sich die Inhaltsstoffe der Wurzel auf Migräne auswirken.
In einer 8-wöchigen Studie nahmen 80 Migräne-Patienten täglich entweder 220 mg Zink oder ein Placebo ein. Die Autoren verglichen die Auswirkungen nach 80 Tagen mit dem Zustand am Anfang der Studie. Sie stellten einen positiven Effekt der Zinkeinnahme auf die Häufigkeit von Migräneanfällen sowie auf die Stärke der Kopfschmerzen fest.
Dem Interleukin IL-1β wird eine Rolle bei neuroimmunologischen Aspekten der Migränepathologie zugesprochen. Ziel einer neuen Studie im randomisierten Doppelblind-Verfahren war es, die synergistische Beziehung zwischen Omgega-3-Fettsäuren und Nano-Curcumin bei der IL-1β-Genexpression und der Serumkonzentrationen von IL-1β bei Migränepatienten zu untersuchen. Neben einer Reduktion der Migräneattacken in der Kombinationsgruppe fand sich in dieser kurzen Studie auch eine reduzierte Serum-Konzentration von IL-1β mit kombinierter Nahrungsergänzung.
Die Migränetherapie braucht ein Rundumkonzept mit Medikamenten und Hilfe zur Selbsthilfe, auch mit ergänzenden Therapieansätzen. Im aktuellen Gesamtüberblick über die Vielzahl komplementärer Maßnahmen schienen die Risiken gering, die Vorteile aber häufig klar messbar zu sein. Grundsätzlich gehören damit komplementäre Ansätze in der Migränetherapie auf den Tisch und sollten offen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden um die bestmögliche, individuelle Kombination von therapeutischen Maßnahmen zusammenzustellen.
Klinische Studien haben bereits demonstriert, dass die Nahrungsergänzung mit Magnesium wirksam zur prophylaktischen Behandlung von Migräne ist. Ob Patienten mit Migräne ausreichend Magnesium aufnehmen, wurde nun in einer Querschnittsanalyse über 3626 Erwachsenen, davon 905 Migräne- oder Kopfschmerzpatienten, in den USA untersucht. Demnach nahmen die meisten Menschen nicht genügende Magnesium mit der Nahrung auf. Bei Kopfschmerzpatienten war die unzureichende Aufnahme mit mehr Attacken assoziiert.
Zu den typischen Symptomen einer Histiminintoleranz zählt Kopfschmerz. Zur Verbesserung der Symptome müssen Histamin-haltige Nahrungsmittel oder mit anderen bioaktiven Aminen vermieden oder zusätzlich das Histamin-abbauende Enzym DAO eingenommen werden. Eine randomisierte Studie untersuchte die Wirksamkeit der Supplementierung mit DAO bei 100 Patienten mit Migräne und DAO-Mangel. Im Placebo-Vergleich war die Dauer der Migräneattacken mit DAO über einen Monat reduziert.
Metabolische Behandlungen, die also den Stoffwechsel bei Migräne beeinflussen, könnten eine effektive, verträgliche und vergleichsweise günstige Möglichkeit der Prophylaxe darstellen, argumentieren zwei europäische Kopfschmerzexperten in ihrem Review. Vielversprechende wissenschaftliche Evidenz stützt Ergänzungsmittel wie Riboflavin oder Coenzym Q10, die somit als Behandlungsstrategien bei Migräne mit berücksichtigt werden könnten. Kontrollierte, randomisierte Studien sollten auch zu diesen Methoden gefördert und durchgeführt werden, um günstige Strategien gegen eine der möglichen Wurzeln der Migräne besser zu verstehen und einsetzen zu können.