Solanezumab

Das Betaamyloid, oder Aβ, bildet außerhalb der Nervenzellen die alzheimertypischen Ablagerungen in den sogenannten Alzheimer-Plaques. Es wird vermutet, dass die alzheimertypischen Plaques Nervenzellen schädigen und so die Alzheimererkrankung verursachen. Das Eiweiß Betaamyloid kann in einem speziellen bildgebenden Verfahren nachgewiesen werden. Die Plaques deuten schon vor klaren Symptomen einer Demenzerkrankung auf eine wahrscheinliche spätere Alzheimererkrankung.

Was kann dagegen getan werden?

In gentechnisch veränderten Lebewesen (z. B. Bakterien oder Hefepilzen) können neue Medikamente hergestellt werden, die körpereigenen Substanzen ähneln. Diese Medikamente werden Biologika genannt.

Solanezumab ist so ein Biologikum, also ein biotechnologisch gewonnenes Medikament, das im Körper so funktioniert wie ein ganz normaler, körpereigener Antikörper. Es bindet sich an die Substanz, die es erkennen kann, sein sogenanntes Antigen, und markiert sie damit für die körpereigene Immunabwehr. Die Abwehr kann dann die störende, jetzt deutlich sichtbare Substanz herausfischen und aus dem Verkehr ziehen. Solanezumab speziell erkennt das Betaamyloid.

Wie wirkt Solanezumab?

Solanezumab soll als Antikörper des Betaamyloid direkt die Plaques angreifen und zu ihrem Abbau durch die Immunabwehr führen. So soll die Krankheit verlangsamt oder gestoppt werden.

Was sagt die Forschung?

In klinischen Studien konnte Solanezumab gut verträglich eingesetzt werden. Jedoch zeigten bisherige Studien bei fortgeschrittenen Alzheimererkrankungen leider wenig Wirksamkeit. In aktuell laufenden klinischen Studien der Phase III wird daher ermittelt, ob Solanezumab als Therapie für Vorstufen der Alzheimerdemenz und milder Alzheimererkrankung wirksam und sicher eingesetzt werden kann. Dazu wird einerseits die Betaamyloid-Konzentration im Gehirn untersucht, aber auch die Denkleistung der Patienten. Auch die nötige Dosierung für eine gute Wirksamkeit soll dabei herausgefunden werden. Neuere Studien deuten bereits an, dass zumindest die Lebensqualität der Patienten mit milder Alzheimerdemenz positiv von einer Behandlung mit Solanezumab beeinflusst werden kann.

Alternative Bezeichnungen für Solanezumab sind LY2062430, D10058 und CAS: 955085-14-0.