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Prävention im Fokus: Studie zur Herzgesundheit startet
Aktive Forschungsarbeit des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center der Charité
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die häufigste Todesursache in Deutschland. Welche Möglichkeiten gibt es, kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen oder sie sogar zu vermeiden? Zur intensiveren Erforschung der präventiven Chancen startet die Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt die Pilotphase der Heart-Health-Studie. Das Projekt des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center (FS-CPC) der Charité fokussiert auf Früherkennung und Vermeidung von Erkrankungen. Das Forschungs- und Präventionszentrum wurde 2022 gegründet.
Zu den kardiovaskulären Erkrankungen gehören beispielsweise Herzschwäche, Erkrankungen der Herzkranzgefäße sowie Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen oder Herzinfarkte. Das FS-CPC hat sich zum Ziel gesetzt, diese Krankheiten gezielter zu erforschen, individuelle Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv handeln zu können. An der Pilotphase sollen 500 Proband:innen teilnehmen. Die umfassende Diagnostik findet an zwei Tagen am Charité Campus Benjamin Franklin statt.
Die wissenschaftliche Arbeit des Zentrums berücksichtigt zudem wichtige interdisziplinäre Schnittstellen, wie etwa die Gen- und Mikrobiom-Forschung, KI-unterstützte Bildgebung, Digital Health und psychosoziale Gesundheit. Durch den ganzheitlichen Forschungsansatz sollen neue Erkenntnisse gewonnen werden, die schließlich in konkrete und personalisierte Präventionskonzepte für die Herz-Kreislauf-Gesundheit umgesetzt werden können. Das FS-CPC ist Teil der Charité-Unternehmensstrategie 2030. Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, betont: „Das Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center ist einer unserer Meilensteine im Strategiebaustein Prävention. Wir wissen, dass ein frühes Eingreifen den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen maßgeblich verändern kann. Wir wissen auch, dass die Entstehung von Erkrankungen ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist. Bisher ist allerdings noch wenig erforscht, wie dieses Zusammenspiel sich auf den Ausbruch oder die Verhinderung einer Erkrankung genau auswirkt. Und genau da setzt das Center an: Wir konzentrieren uns vor allem auf die Erhaltung der Gesundheit.“ Er ergänzt: „Wissenschaftliche Fragen werden an interdisziplinären Schnittstellen bearbeitet und das sogenannte ‚human ecosystem‘ in den Mittelpunkt gerückt, um mehr individuelle Risikoprofile zu erstellen und daraus personalisierte Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung abzuleiten.“
Zahlreiche Studien konnten schon zeigen, dass die frühe Implementierung von gezielten Präventionsmaßnahmen die Krankheitslast über die gesamte Lebensspanne hinweg erheblich verringern oder sogar vermeiden kann. Prof. Ulf Landmesser, Direktor des FS-CPC, erklärt: „Wir sind davon überzeugt, dass die Forschung im Bereich der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den kommenden Jahren einen relevanten Einfluss auf die medizinische Versorgung haben wird. Unsere Heart-Health-Studie wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten: Mit Präzisionsmedizin können wir genau nachvollziehen, wie verschiedene Risikofaktoren in Wechselwirkung treten und wie individuelle Lebensstilfaktoren und genetische Prädispositionen die Entstehung von zum Teil noch präklinischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. Diese Erkenntnisse werden es uns ermöglichen, effektive Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, die auf den einzelnen Menschen zugeschnitten sind – dies werden wir in weiteren Studien untersuchen.“
An die Pilotphase wird sich im kommenden Jahr eine große Hauptstudie anschließen. Diese soll über einen Zeitraum von sechs Jahren mit insgesamt bis zu 5.000 Proband:innen durchgeführt werden. Interessierte können sich dafür ab sofort über die Website anmelden.
Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center at Charité (FS-CPC)
Ziel des im Jahr 2022 gegründeten Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center at Charité ist es, Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zu erforschen, individuelle Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv darauf zu reagieren. Erforscht werden neue Wege für die Herz-Gesunderhaltung und individuelle Möglichkeiten für die Prävention. Dabei werden sowohl Risiken als auch Resilienzen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassender untersucht, um neue Konzepte und Strategien zur Prävention ableiten zu können. In der wissenschaftlichen Arbeit werden zudem wichtige interdisziplinäre Schnittstellen zu Gen- und Proteinforschung, innovativer Bildgebung, personalisierter Ernährung, Digital Health und psychosozialer Gesundheit eingebunden. Das Zentrum wird von Friede Springer, Vorstandsvorsitzende der Friede Springer Stiftung, und vom Land Berlin gefördert.
Links:
Website FS-CPC
Flyer zur Studie