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COPD früher erkennen: Freiburger Studie untersucht neue Behandlung
Studie der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg weist frühe Funktionsstörungen der kleinen Atemwege nach / Inhalative Therapie zeigt erste positive Effekte
Husten, Auswurf und Atemnot können erste Zeichen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD, sein. Bei COPD sind die Atemwege dauerhaft verengt, sodass Betroffene schlechter Luft bekommen. Wichtigster Risikofaktor ist langjähriges Rauchen. Die CHRONOS- Studie der Klinik für Pneumologie am Universitätsklinikum Freiburg gibt erstmals Hinweise darauf, dass sich behandlungsrelevante Veränderungen der Lunge bereits erkennen lassen können, bevor eine klassische Lungenfunktionsprüfung die für COPD typische Verengung der Atemwege nachweist. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass eine inhalative Behandlung bei einem Teil der Betroffenen schon in dieser frühen Phase wirksam sein könnte. Die Studie wurden Ende Juni im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.
„Unsere Ergebnisse könnten den Blick auf die frühe Phase der COPD verändern. Bislang beginnt die Diagnose meist dort, wo die klassische Lungenfunktionsprüfung eine Verengung der Atemwege zeigt. Wir sehen nun, dass krankhafte Veränderungen schon früher messbar sein können – und dass möglicherweise bereits zu diesem Zeitpunkt eine gezielte Behandlung ansetzen kann“, sagt Prof. Dr. Daiana Stolz, Ärztliche Direktorin der Klinik für Pneumologie am Universitätsklinikum Freiburg.
Beschwerden trotz unauffälliger klassischer Lungenfunktionsprüfung
An der CHRONOS-Studie nahmen 73 Menschen teil, die über längere Zeit Tabakrauch ausgesetzt waren und Beschwerden wie Husten, Auswurf oder Atemnot haben. Hinzu kamen 74 gesunde Vergleichspersonen. Bei den Teilnehmer*innen mit langjähriger Tabakrauchbelastung und entsprechenden Beschwerden fanden die Forschenden mit einer empfindlichen Atemmessung bereits Funktionsstörungen in den kleinen Atemwegen tief in der Lunge. Diese fein verzweigten Atemwege transportieren die Luft bis in die Bereiche der Lunge, in denen Sauerstoff ins Blut aufgenommen wird. Die Messung zeigt, wie gleichmäßig sich die eingeatmete Luft in der Lunge verteilt. So lassen sich Veränderungen erkennen, die bei der üblichen Lungenfunktionsprüfung noch unentdeckt bleiben können.
Vor diesem Hintergrund untersuchte das Forschungsteam, ob eine sogenannte inhalative Dreifachtherapie bereits in dieser frühen Phase wirken kann. Die Behandlung kombiniert drei Wirkstoffe: einen entzündungshemmenden Wirkstoff und zwei Wirkstoffe, die die Atemwege erweitern. Nach zwölf Wochen verbesserten sich bei den behandelten Teilnehmer*innen sowohl die Messwerte der Lungenfunktion als auch die Beschwerden.
„Unsere Ergebnisse sprechen dafür, frühe Veränderungen der Lunge stärker in den Blick zu nehmen. Sie zeigen aber noch nicht, dass alle Patient*innen mit Beschwerden und unauffälliger klassischer Lungenfunktionsprüfung von einer Behandlung profitieren. Größere Studien müssen nun klären, für wen eine Therapie bereits vor der klassischen COPD-Diagnose sinnvoll sein kann“, sagt Stolz.
Originaltitel der Studie: Inhaled Triple Therapy in Symptomatic Smokers with Preserved FEV1/FVC ratio: The CHRONOS Clinical Trial
DOI: https://doi.org/10.1093/ajrccm/aamag312
Link zur Studie: Inhaled Triple Therapy in Symptomatic Smokers with Preserved FEV1/FVC ratio: The CHRONOS Clinical Trial | American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine | Oxford Academic