Tamoxifen kann bei Patientinnen mit Brustkrebs zu einer Gewichtszunahme führen. Ein narrativer Review fasste nun zusammen, welche unterschiedlichen Faktoren eine Rolle spielen und auch die Stoffwechselgesundheit und Lebensqualität der Patientinnen beeinträchtigen können. Die Autoren beschreiben, welche Rolle Lebensstilveränderungen in der Behandlung spielen, und wann unter Berücksichtigung möglicher Interaktionen, Nebenwirkungen und individueller Faktoren eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden kann.
Frauen mit Brustkrebs können hinsichtlich Fatigue und fettfreier Körpermasse besonders von kombiniertem Training sowie hinsichtlich körperlicher Funktionsfähigkeit und Muskelkraft besonders von Krafttraining profitieren. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Forscherteam in einer Netzwerk-Metaanalyse, in der Krafttraining, Ausdauertraining und eine Kombination aus beiden Trainingsformen miteinander verglichen wurden.
Personen, die sich strenger an die mediterrane Ernährungsweise hielten, hatten ein geringeres Risiko, an bestimmte Krebsarten zu erkranken und an Krebs zu sterben. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler aus Italien in einer Metaanalyse.
Bioaktive Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel könnten den Verlauf einer Brustkrebserkrankung positiv beeinflussen. Eine Beobachtungsstudie untersuchte den Einfluss von Polyphenolen, Phenolsäuren und Lignanen, die z. B. in Kaffee enthalten sind.
Dieser Umbrella-Review wertete 9 systematische Übersichtsarbeiten zu Ernährungsumstellungen bei Brustkrebspatientinnen aus (> 10 000 Patientinnen). Im Mittelpunkt standen Auswirkungen auf Körperzusammensetzung, Stoffwechsel, psychologische und soziale Aspekte sowie das Überleben der Patientinnen. Mit einer Ernährungsumstellung konnten Verbesserungen zahlreicher Werte und der Lebensqualität erzielt werden. Besonders gut schnitten die mediterrane und pflanzenbasierte Ernährung ab.
Dass eine gesunde Lebensweise lebensverlängernd wirken kann, ist unbestritten. Ob sich eine Umstellung auch nach einer Krebsdiagnose lohnt, untersuchte eine bevölkerungsbasierte Studie des Deutschen Krebsforschungsinstituts. Über bis zu 12 Jahre untersuchte die Studie den Einfluss verschiedener Lebensstilfaktoren auf die Gesamtsterblichkeit von Patienten, die mindestens 5 Jahre zuvor an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs erkrankt waren.
Patientinnen mit Brustkrebs leiden nach der Behandlung häufig unter Übergewicht, Fatigue und Wechseljahresbeschwerden. Eine Umstellung der Ernährung fällt vielen Patientinnen in dieser Phase schwer, kann sich aber lohnen: Ein begleitetes 12-wöchiges Programm mit mediterraner Ernährung verringerte die meisten Symptome der Patientinnen signifikant.
Vitamin D scheint für die Entstehung und den Verlauf von Brustkrebs eine Rolle zu spielen. Auf welchen Wegen Vitamin D Brustkrebserkrankungen beeinflusst, ist aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Ein neuer Mechanismus, der in dieser Übersichtsarbeit dargestellt wird, scheint in Veränderungen des Darm-Mikrobions und der vermehrten Bildung kurzkettiger Fettsäuren zu bestehen.
Ausdauersport kann sich positiv auf die Gesundheit von Patientinnen mit Brustkrebs auswirken, doch Sport gelingt in manchen Erkrankungsphasen nicht und liegt auch nicht jeder Betroffenen. Auch diesen Patientinnen machen die Ergebnisse eines systematischen Reviews mit Metaanalyse Mut: Schon mit einer Stunde pro Woche sank das Risiko zu versterben. Und wenn erstmal der Anfang gemacht ist, gelingt vielleicht auch eine Steigerung.
Eine Metaanalyse von 42 Studien mit über 46 000 Krebspatienten konnte zeigen, dass Krebspatienten mit höherer Muskelkraft oder besserer kardiorespiratorischer Fitness ein signifikant geringeres Sterberisiko haben. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei fortgeschrittenen Krebsstadien sowie bei Lungen- und gastrointestinalem Krebs.
Intervallfasten kann bei Menschen mit gynäkologischen oder Brustkrebserkrankungen zu einer Reduktion des Körpergewichts, der Blutzucker- und Insulinwerte führen, so das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse. Zudem zeigt es Potenzial zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Verringerung von Krebsfatigue. Der Einfluss von Intervallfasten auf Nebenwirkungen der Chemotherapie blieb unklar.
Aktuelle Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die sogenannte Scheinfasten-Diät die Wirksamkeit der Chemotherapie bei Brustkrebspatentinnen steigern könnte. Die Scheinfasten-Diät wurde gut vertragen und zeigte positive Effekte auf die Behandlungsergebnisse.
Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass eine proteinreiche Nahrungsergänzung den Gewichtsverlust während einer Krebstherapie verringern könnte. Die Nahrungsergänzung verbesserte zudem die Muskelkraft und reduzierte die Krankenhauseinweisungsrate, jedoch wurde die Qualität der bisherigen Studien bemängelt.