Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 9 randomisierte, placebokontrollierte Studien fand, dass eine Behandlung mit Konvaleszentenplasma das Sterberisiko von Patienten mit COVID-19 senken kann. Dies traf besonders auf Patienten in einem Alter von bis zu 60 Jahren zu. Die Behandlung reduzierte nicht den Bedarf für invasive mechanische Beatmung, erwies sich aber als sehr sicher, so das weitere Fazit.
Hydroxychloroquin ist ohne klinischen Nutzen bei COVID-19, so das Fazit einer klinischen Studie der Phase 3 mit 300 stationär behandelten COVID-19-Patienten. Der Wirkstoff hatte keinen Effekt auf die zeitliche Entwicklung der Biomarker für Störungen der Endothelfunktion und Koagulopathie.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 8 Studien fand, dass die Behandlung mit Pirfenidon einen Beitrag bei Patienten mit schwerem COVID-19 leisten kann, indem es das Auftreten von interstitiellen Lungenauffälligkeiten reduziert und den Erhalt der Lungenfunktion unterstützt.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 3 randomisiert-kontrollierte Studien fand, dass eine Statintherapie bei stationär behandelten COVID-19-Patienten zu 3 % weniger Todesfällen aus jedem Grund über 30 Tage führte.
Orales Minocyclin könnte womöglich einen wirksamen Beitrag zur Linderung von Symptomen bei Patienten mit myalgischer Encephalomyelitis (ME) sowie mit Long-COVID leisten, fand eine 6-wöchige Pilotstudie mit 55 Patienten. Die Studie wurde ohne Kontrollgruppe durchgeführt und bietet daher nur eingeschränkte Evidenz, ist aber vielversprechend für randomisiert-kontrollierte Studien.
Eine Studie mit 30 Teilnehmern fand, dass regelmäßiges Yoga über 8 Wochen die arterielle Steifigkeit und Lungenfunktion nach mildem bis mittelschwerem COVID-19 signifikant verbessern kann.
Lichttherapie über 2 Wochen, mit morgendlich einer halben Stunde bei 10 000 Lux, stellt nach einer randomisiert-kontrollierten Studie mit 36 Teilnehmern keine wirksame Behandlung für Fatigue bei ME/CFS dar. Allerdings könnte die Lichttherapie vorteilhaft für die Aufmerksamkeit der Patienten sein.
Ein dualer Block des Ganglion Stellatum scheint eine vielversprechende Intervention zur Behandlung von Dysautonomie und Schmerz bei Long-COVID darzustellen, fand eine offene, nicht-randomisierte Pilotstudie mit 20 Patienten. Die Autoren plädieren für weitere, größere und randomisierte Studien, um Betroffenen effektive Therapieansätze zu eröffnen.
Eine prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie über 4 Wochen fand mit 900 COVID-19-Patienten, dass Nicotinamid, verabreicht in einer Form, die es teils gezielt im Darm freisetzte, zu einer rascheren Erholung der körperlichen Fitness nach COVID-19 führte. Zudem modulierte der Wirkstoff in Zusammenhang mit COVID-19 stehende Veränderungen des Darmmikrobioms.
Die Behandlung mit Nirmatrelvir-Ritonavir bei mildem oder mittelschwerem COVID-19 war sicher und wirksam bei schwangeren Frauen, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 6 Studien. Nur wenige der Patientinnen mussten stationär behandelt werden. Auch die Rate typischer Komplikationen im Zusammenhang mit COVID-19 in der Schwangerschaft war gering.
Eine brasilianische Studie untersuchte die Auswirkungen eines 8-wöchigen Pilates-Programms auf die körperliche Fitness und die Schlafqualität von Menschen mit Long-COVID. Die Pilatesgruppe erzielte im Vergleich zu eine Sport- und einer inaktiven Kontrollgruppe signifikante Verbesserungen in der 6-Minuten-Gehtestdistanz, Fatigue-Werten und Schlafqualität.
Eine systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse hat sich mit der Wirksamkeit von antiviralen und monoklonalen Antikörpertherapien bei COVID-19-Patienten, die mit Omikron infiziert sind, beschäftigt. Nirmatrelvir/Ritonavir und Sotrovimab waren mit einem geringeren Risiko für die Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte verbunden. Remdesivir verringerte das Risiko für Krankenhausaufenthalte. Molnupiravir und Bebtelovimab zeigten keine signifikanten Vorteile.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse zur Sicherheit und Wirksamkeit von Camostat Mesylat zur Behandlung von COVID-19 fand keine signifikante Verbesserung des klinischen Verlaufs bei Patienten mit COVID-19 mit Camostat versus Placebo.