Aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass jeglicher Alkoholkonsum das Risiko für Demenz erhöht, und widerlegen somit frühere Beobachtungsstudien, die moderaten Konsum als schützend einstuften.
Eine groß angelegte Beobachtungsstudie untersuchte, ob Kaffee – koffeinhaltig oder entkoffeiniert – und Tee das Risiko für Demenz und die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen. Insgesamt wurden mehr als 130 000 Erwachsene aus zwei Gesundheitsstudien über mehrere Jahrzehnte begleitet. Moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee ging demnach mit geringerem Demenzrisiko sowie geringerem Verlust geistiger Leistungsfähigkeit einher.
Regelmäßige Bewegung kann unabhängig von der Trainingsintensität bei älteren Erwachsenen mit leichter Gedächtnisstörung dazu beitragen, die kognitive Leistung und die Gehirnstruktur über mindestens ein Jahr stabil zu halten, legte eine randomisierte Interventionsstudie mit 296 Teilnehmern nahe.
Der regelmäßige Konsum von kalorienarmen und kalorienfreien Süßstoffen steht laut einer Langzeitstudie in Verbindung mit einem beschleunigten Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen.
Demenz betrifft immer mehr Menschen, besonders in alternden Gesellschaften wie Japan oder auch Deutschland. Die Ernährung gilt als wichtiger Faktor zur Unterstützung der Gehirngesundheit. Die Rolle einzelner Lebensmittel ist jedoch oft unklar. Eine Studie mit fast 8 000 älteren Japanern untersuchte nun, ob gelegentlicher Käsekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden ist. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Zusammenhang hin – ob Käse aber ursächlich mit dengerinfügig seltener auftretenden Demenzerkrankungen bei Älteren assoziiert ist, werden weitere Studien prüfen müssen.
Aktuelle Forschungsdaten zeigen, dass eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung bei älteren Menschen mit Bluthochdruck und kognitiven Einschränkungen zu einer verbesserten Gedächtnisleistung und einer besseren Blutdruckkontrolle führen kann. Besonders profitierten Menschen mit sehr niedrigen Vitamin-D-Werten oder stark eingeschränkter kognitiver Funktion.
Menschen mit Schlaflosigkeit haben ein erhöhtes Risiko, an einer Form von Demenz zu erkranken, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 16 Studien. Allerdings erhöhen nicht alle Formen von Schlafstörungen das Demenzrisiko. Frühes Erwachen, Einschlaf- oder Durchschlafstörungen zeigten keinen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen.
Eine aktuelle Metaanalyse konnte zeigen, dass sitzendes Verhalten das Demenzrisiko um 17 % erhöht, insbesondere bei hohem Fernsehkonsum. Die vor dem Computer verbrachte Zeit zeigte hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Demenzrisiko.
Die EXERT-Studie zeigte, dass regelmäßige Bewegung das Gedächtnis und die Gehirngesundheit bei älteren Menschen mit Gedächtnisproblemen stabilisieren kann. Unterschiede im Hinblick auf die Trainingsintensität wurden nicht festgestellt. Beide Gruppen zeigten über einen Zeitraum von 12 Monaten keine kognitiven Verschlechterungen.
Eine Kohortenstudie über 6 Millionen Menschen fand, dass Cannabismissbrauch, der zur klinischen Akutbehandlung führt, mit höherem Risiko für eine neue Demenzdiagnose innerhalb von 5 Jahren assoziiert ist. Das Risiko einer Demenz war nach Alkoholmissbrauch, der zur klinischen Behandlung führte, sogar um 31 % höher als nach Cannabismissbrauch. Ob Cannabismissbrauch mit Klinik als Folge zu einer Demenz führt oder eventuell ein frühes Symptom einer Demenz darstellen kann, werden andere Studien klären müssen.
Eine aktuelle Metaanalyse von 39 Studien identifizierte verschiedene Faktoren, die das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen bei Menschen mit Vorhofflimmern beeinflussen. Ein frühzeitiges Screening von Menschen mit Risikofaktoren könnte die kognitive Gesundheit bei Vorhofflimmern verbessern.
Eine aktuelle randomisierte, kontrollierte Studie hat sich mit dem Einfluss der Darmmikrobiota auf die körperliche und geistige Fitness bei älteren Menschen beschäftigt. Es zeigte sich, dass eine Ergänzung mit Präbiotika zwar die kognitiven Funktionen steigern konnte, jedoch keinen signifikanten Effekt auf die Muskelfunktion der Teilnehmenden hatte.
Wissenschaftler untersuchten in einer systematischen Recherche mit Metaanalyse den Effekt der Studiendauer auf den Zusammenhang zwischen Bewegung und Demenz-Inzidenz. Demnach reduziert auch in Studien mit längerer Nachbeobachtungsdauer körperliche Aktivität die Häufigkeit von Demenzerkrankungen und speziell der Alzheimer-Erkrankung. Moderate Bewegung in mittleren Jahren sollte somit als präventive Maßnahme stärker unterstützt werden.