Potenzielle Nebenwirkungen von Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1RA) sind bislang noch nicht ausreichend untersucht. Im Rahmen einer groß angelegten Kohortenstudie wurden GLP-1RA nun mit anderen Diabetes-Medikamenten verglichen. Insgesamt zeigten sich sowohl positive wie auch negative Auswirkungen dieser Medikamentengruppe.
In einer randomisiert-kontrollierten Studie mit 2 539 Teilnehmern ging der Abnehmwirkstoff Tirzepatid bei Menschen mit Adipositas und Prädiabetes über 3 Jahre mit einer anhaltenden Gewichtsreduktion einher und reduzierte das Risiko für Typ-2-Diabetes.
Eine 24-wöchige Studie zeigte, dass Dulaglutid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Blutzuckerkontrolle unabhängig von Gewichtsveränderungen verbessern kann. Hormonelle Veränderungen wie ein Rückgang von Leptin und ein Anstieg von Obestatin erwiesen sich als entscheidende Prädiktoren für das Therapieansprechen.
Demenzerkrankungen stellen für die Betroffenen und Ihre Familien, aber auch für das Gesundheitswesen eine enorme Herausforderung dar. Daher kommt sowohl neuen Therapieansätzen als auch bekannten Wirkstoffen, die bisher für andere Indikationen eingesetzt wurden, eine große Bedeutung zu. Eine aktuell veröffentlichte Studie untersuchte, ob GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Inhibitoren bei Patienten mit Diabetes das Risiko für Demenzerkrankungen senken können.
Metformin verringerte in einer klinischen Studie Knieschmerzen bei übergewichtigen oder adipösen Menschen mit Arthrose und könnte zukünftig eine neue therapeutische Option für diese Patientengruppe darstellen.
Eine aktuelle Metaanalyse von 65 Studien konnte zeigen, dass die Einnahme von Metformin mit einem signifikant geringeren Risiko für mehrere Krebsarten bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verbunden ist. Besonders deutlich zeigte sich die Risikoreduktion bei Brust- und Darmkrebs.
Die Ergebnisse einer Metaanalyse zeigen, dass kurz wirksame GLP-1-Rezeptoragonisten die motorischen Symptome bei Menschen mit Parkinson signifikant verbessern können, während lang wirksame GLP-1-Rezeptoragonisten keinen Nutzen zeigten. Für nicht-motorische Symptome konnten keine statistisch signifikanten Effekte festgestellt werden.
Eine große retrospektive Kohortenstudie konnte zeigen, dass die Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA) bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Risiko für die Entstehung und das Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) signifikant senken kann.
Eine große internationale Studie mit 13 165 Teilnehmern untersuchte die kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Vorerkrankungen. Tirzepatid war Dulaglutid nicht unterlegen und zeigte ein ähnliches Sicherheitsprofil beider Wirkstoffe.
Eine aktuelle Metaanalyse über 8 Studien fand, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes auch bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) signifikant von modernen Diabetesbehandlungen (SGLT-2-Inhibitoren) profitieren können. Die Behandlung senkte das Risiko für COPD-Exazerbationen um 35 % im Vergleich zu anderen antidiabetischen Medikamenten.
Eine große Kohortenstudie konnte zeigen, dass die Behandlung mit Semaglutid oder Tirzepatid bei Personen mit Typ-2-Diabetes mit einem leicht erhöhten Risiko für Sehstörungen wie die nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie verbunden ist. Obwohl das Gesamtrisiko gering blieb, weisen die Autoren auf die Chancen einer augenärztlichen Überwachung hin.
Eine internationale Phase-III-Studie konnte zeigen, dass 1-mal wöchentlich verabreichtes Insulin Efsitora Alfa (Efsitora) bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes eine vergleichbare Blutzuckersenkung wie das täglich verabreichte Insulin Degludec erzielt. Efsitora war zudem gut verträglich, so das Fazit.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten kommen in der Therapie von Typ-2-Diabetes zum Einsatz. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sie zudem das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren könnten, insbesondere bei Menschen mit Adipositas und bei Rauchern. Kombinationstherapien mit GLP-1RA waren mit einem niedrigerem Risiko als Monotherapien assoziiert.