Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse konnten zeigen, dass die meisten Interleukin-Inhibitoren bei Psoriasis kein erhöhtes Risiko für neu auftretende entzündliche Darmerkrankungen bergen. Eine Ausnahme stellt Ixekizumab dar, welches signifikant mit einem höheren Risiko assoziiert war.
Das Biologikum Risankizumab inhibiert spezifisch Interleukin-23, ein regulatorisches Zytokin, das die Inflammation bei Psorisasis und Psoriasis-Arthritis (PsA) steigert. Eine Post-Hoc-Analyse über 2 Studien zeigte nun, dass die Behandlung mit Risankizumab bei 707 Patienten über 100 Wochen anhaltende Verbesserungen der PsA-Symptome erreichte und sich auch positiv auf häufig begleitende Erkrankungen auswirkte.
Der neue Wirkstoff Icotrokinra, der selektiv an den Interleukin-23-Rezeptor bindet, erreichte in zwei klinischen Studien der Phase 3 mit ca. 1 500 Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Psoriasis bessere klinische Ansprechraten als Placebo und Deucravacitinib, bei ähnlicher Häufigkeit unerwünschter Ereignisse im Vergleich zum Placebo. Die Ergebnisse zeigen das Potential einer einmal täglichen, oralen Behandlung mit Icotrokinra bei Psoriasis auf.
Ein Behandlungsstopp einer Biologikatherapie bei axSpA in stabiler Remission erhöht das Risiko eines Aufflammens der Erkrankung, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 8 Studien und 1 384 Patienten. Dosisreduktionen schienen eine sicherere Alternative zu einem vollständigen Behandlungsentzug zu sein.
Ein Wechsel zwischen Biologika bei Psoriasis kann eine sinnvolle Strategie sein, um die Wirksamkeit zu steigern oder unerwünschte Ereignisse zu reduzieren, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 24 Studien. Ein zu bedenkender Aspekt ist jedoch das mit manchen Wechseln potenziell höhere Infektrisiko.
In einer longitudinalen Beobachtungsstudie mit 960 Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) kamen bei 17 % der Patienten mindestens 4 biologische oder synthetische zielgerichtete krankheitsmodifizierende Wirkstoffe (b/tsDMARD) zum Einsatz. Diese Patienten mit multiplem b/tsDMARD-Versagen waren häufiger Frauen, adipös, hatten eine axiale Beteiligung, Depression und eine höhere Krankheitsaktivität. Ergänzende Therapien, speziell Gewichtsmanagement, Depressionslinderung und Physiotherapie, könnten womöglich einen wichtigen Beitrag leisten.
Junge Patienten mit oligoartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) haben nach einer retrospektiven Beobachtungsstudie die höchste Chance für eine anhaltende klinische Remission nach Beendigung der medikamentösen Behandlung im Vergleich zu jungen Patienten mit polyartikulärer JIA.
Eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 392 Psoriasis-Patienten demonstrierte die therapeutische Äquivalenz des Biosimilars FYB202 zum Referenz-Ustekinumab bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis.
Die Beibehaltungsrate der Therapie mit Secukinumab ist bei Psoriasis-Arthritis (PsA) und ankylosierender Spondylitis (AS) über 3 Jahre vergleichbar hoch bei 74,0 % (PsA) und 77,3 % (AS), fand eine Real-World-Studie mit über 300 Patienten.
Ein systematischer Review mit Netzwerk-Metaanalyse über 84 Studien fand, dass Psoriasis-Behandlungen mit Biologika gegen IL17 (speziell Ixekizumab und Brodalumab) sowie Infliximab (Anti-TNF-alpha) am wirksamsten Psoriasis-Symptome linderten. Anti-IL17-Antikörper erreichten jedoch eine vollständige oder fast vollständige Klärung der Haut (PASI90 oder PASI100) besser als andere Behandlungen. Die Therapiewahl solle jedoch weiterhin Patienten-zentriert erfolgen, so das Fazit der Autoren.
Eine Kohortenstudie mit 11 641 erwachsenen Psoriasis-Patienten ab 66 Jahren fand, dass Biologika gegen IL-12, IL-23 und IL-17 mit einer 35 % niedrigeren Rate schwerer Infektionen assoziiert waren. Ältere systemische Wirkstoffe, beispielsweise Methotrexat, waren nicht mit höherer oder niedrigerer Infektionsrate assoziiert.
Nach 16 Wochen einer einmal oder zweimal täglichen oralen Behandlung von mittelschwerer oder schwerer Psoriasis mit neuen dem Interleukin-23-Rezeptor-Antagonist JNJ-77242113 zeigte sich eine größere Wirksamkeit vs. Placebo ohne mehr unerwünschte Ereignisse. Die klinische Studie der Phase 2 zur Dosis-Findung bietet somit vielversprechende Ergebnisse für größere Phase-3-Studien.
Bimekizumab erreichte bei aktiver Psoriasis-Arthritis schnelle und größere Verbesserungen in Patienten-berichteten Schmerzen, Fatigue, körperlicher Funktion und gesundheitsbezogener Lebensqualität in Woche 16 im Vergleich zu einem Placebo, fand eine zusammenfassende Analyse über 2 Studien mit 1 112 Patienten.