Eine prospektive, beobachtende Echtwelt-Studie in 17 Behandlungszentren mit 128 Teilnehmern fand, dass die Behandlung mit Atogepant zur Migräneprophylaxe über 24 Wochen nach den aktuellen, von der IHS vorgeschlagenen Kriterien wirksam ist. Mindestens optimale Kontrolle der Migräne erreichten 39 % der Patienten.
Eine prospektive, vergleichende Längsschnittstudie fand mit 90 Teilnehmern mit Migräne bereits nach wenigen Monaten mit einer Migräneprophylaxe eine bessere Denkleistung, speziell in der exekutiven Funktion. Sowohl Migräneprophylaxen mit CGRP-gerichteten Biologika als auch mit Botulinumtoxin waren demnach, besonders bei Ansprechen auf die Behandlung mit Blick auf eine Reduktion der Kopfschmerztage, wirksam zur Verbesserung der kognitiven Funktion.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 4 randomisiert-kontrollierte Studien mit 659 Personen berichtete robuste Evidenz zur prophylaktischen Wirksamkeit von Angiotensin-II-Rezeptorblockern bei Migräne.
Eine klinische Studie der Phase 3 fand, dass Patienten mit chronischer Migräne in bereits stabiler Behandlung mit OnabotulinumtoxinA von einer ergänzenden prophylaktischen Behandlung mit Atogepant profitieren können. Die ergänzende Therapie mit Atogepant erreichte in dieser Studie klinisch bedeutsame Reduktionen der Migränetage und Ansprechraten. Die Kombination war in dieser Studie sicher und insgesamt gut verträglich.
Eine multinationale retrospektive Kohortenstudie ermittelte über bis zu 3 Jahre, ob sich das Risiko für Glaukoma bei Erwachsenen mit Migränen je nach Art der medikamentösen Migräneprophylaxe unterschied. In der Analyse über 73 644 Personen hatten Patienten mit Anti-CGRP-Biologika ein geringeres Risiko für ein Glaukom im im Vergleich zu Patienten mit Prophylaxen ohne Bezug zu CGRP.
Migräne belastet viele Menschen erheblich, weshalb gut verträgliche vorbeugende Optionen von großem Interesse sind. Die Ergebnisse eine systematischen Reviews mit Metaanalyse zeigen, dass das Schlafhormon Melatonin im Placebovergleich Migräneattacken verkürzte, Kopfschmerztage reduzierte und die Lebensqualität verbesserte. Es war weniger effektiv als Amitriptylin, aber wies ein günstigeres Sicherheitsprofil auf.
Eine prospektive Studie mit 85 Patienten fand, dass ein Wechsel zwischen Migräne-Biologika effektiv die prophylaktische Behandlung chronischer Migräne oder hochfrequent-episodischer Migräne verbessern kann, wenn das erste Biologikum nicht ausreichend wirkte oder ein Wirksamkeitsverlust auftrat. Der therapeutische Vorteil schien größer zu sein, wenn der zweite Wirkstoff einen anderen Wirkmechanismus hatte (Anti-CGRP vs. Anti-Rezeptor).
Neue Therapieoption in der Migränebehandlung: Das Blutdruckmedikament Candesartan konnte in einer aktuellen Studie die Zahl der Migränetage signifikant reduzieren und war dabei insgesamt gut verträglich. Candesartan könnte somit eine vielversprechende evidenzbasierte Option zur Prävention der episodischen Migräne darstellen.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 39 Studien fand, dass medikamentöse Prophylaxen gegen CGRP (Biologika) und Gepante aktuell die wichtigsten Optionen zur Prävention episodischer Migräne sind. Höhere Wirksamkeit durch Kombinationen von Therapien könnnte womöglich zulasten der Verträglichkeit gehen. Nicht-pharmakologische Behandlungen stellten sich als nützliche Ergänzungen dar. Die Autoren betonen die Rolle individualisierter, multimodaler präventiver Strategien.
Aktuelle Forschungsdaten zeigen, dass der Abnehmwirkstoff Liraglutid die Häufigkeit chronischer Migräneanfälle bei Menschen mit Adipositas signifikant reduzieren kann. Die Wirkung von Liraglutid war dabei unabhängig von einer Gewichtsabnahme.
Eine prospektive Studie mit 210 Teilnehmern über 1 Jahr wies Botulinumatoxin A als wirksame und gut verträgliche Behandlung zur Prophylaxe episodischer Migräne aus.
Die Einnahme von CGRP-Biologika zur Behandlung von episodischer oder chronischer Migräne erhöhte nicht das Risiko für Bluthochdruck, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 11 Studien. Allerdings kam es zu geringfügig mehr unerwünschten Ereignissen als mit einem Placebo, jedoch bei guter Akzeptanz.
Eine Analyse über 3 klinische Studien der Phase 3 mit Patienten mit episodischer und chronischer Migräne demonstrierte, dass Atogepant in täglicher Dosierung von 60 mg über die ersten 4 Wochen eine bessere Wirksamkeit als Migräneprophylaxe erreichte als ein Placebo. Patienten litten bereits am ersten Tag seltener an Migräne und hatten eine verbesserte Lebensqualität.