Ein systematischer Review mit Netzwerkmetaanalyse über 32 randomisiert-kontrollierte Studien fand, dass eine langfristige Nahrungsergänzung mit Vitamin D als ergänzende Therapie das Rückfallrisiko und die Behinderungsprogression bei Multipler Sklerose (MS) senken kann, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Speziell bei MS-Patienten mit bestehendem Vitamin-D-Mangel solle demnach eine Supplementierung mit Vitamin D in Betracht gezogen werden, so das Fazit.
Eine Pilotstudie mit 20 Teilnehmern mit Multipler Sklerose (MS) fand vielversprechende Hinweise für die Linderung von Fatigue durch Lichttherapie mit speziellen Brillen. Die Behandlung erwies sich als machbar und gut verträglich.
Eine Beobachtungsstudie in Deutschland ermittelte über 12 Monate Patientenprofile zu Lücken im Management der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose (MS) in der Alltagspraxis. Daraus ergaben sich verschiedene Hinweise zur Verbesserung der patientenorientierten Versorgung. Beispielsweise kann Fatigue auf ein Nicht-Ansprechen deuten, und die Symptomlast ist nach diesen Daten ein wesentlicher Treiber für Therapieunzufriedenheit.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 14 Studien fand, dass psychologischer Stress bei Multipler Sklerose (MS) anders auf Herzrate und Blutdruck wirkt als bei Menschen ohne MS. Womöglich tragen Läsionen im stressregulierenden Netzwerk zur Dämpfung des autonomen Nervensystems bei. Als potenzielle physiologische Marker für emotionale und funktionelle Beeinträchtigungen bei MS könnten Herzrate und Blutdruck zukünftig die individualisierte Auswahl multimodaler Behandlungsansätze unterstützen, so die Hoffnung der Experten.
Eine retrospektive Beobachtungsstudie betrachtete die erworbene Immunität von 200 MS-Patienten anschließend an die Impfung gegen das Hepatitis-B-Virus (HepB-Impfung). Demnach sollte die HepB-Impfung bei MS an die jeweilige krankheitsmodifizierende Therapie und die Lymphozytenzahl angepasst werden, um die Impfwirksamkeit zu unterstützen.
Die Schlafqualität von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) ist häufig beeinträchtigt. Ein systematischer Review mit Netzwerk-Metaanalyse über 35 randomisiert-kontrollierte Studien fand Ergotherapie-basierte Schlafinterventionen und Effleurage-Massage als wirksamste nicht-pharmakologische Methoden zur Verbesserung der Schlafqualität bei MS. Weitere randomisiert-kontrollierte Studien hoher Qualität seien jedoch zur Prüfung und Bestätigung dieser Ergebnisse nötig.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 5 Studien fand, dass die Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 in moderatem Maße depressive Symptome lindern kann. Der Effekt wurde in primären depressiven Störungen sowie bei Patienten mit Depression als Folgeerkrankung festgestellt. Einflüsse auf Fatigue im Rahmen der Depression sind allerdings weiterhin unsicher.
Spastizität kann als belastendes, schmerzhaftes Symptom bei Multipler Sklerose (MS) auftreten. Besonders längerfristige Cannabis-basierte Therapien erreichten in einem systematischen Review mit Metaanalyse klinisch relevante Verbesserungen von MS-Spastizität. Allerdings zeigte sich eine hohe Heterogenität und mögliche Bias-Risiken in den analysierten Studien.
Bei der Multiplen Sklerose (MS) löst das eigene Immunsystem entzündliche Prozesse aus, die das Nervensystem schädigen. Zusätzlich zur medikamentösen Hemmung des Immunsystems können Verhaltensweisen wie die Wahl der Nahrungsmittel einen entzündungsdämpfenden Beitrag zum Krankheitsmanagement leisten. Welche Ernährungsformen die Therapie der MS unterstützen können und worauf bei manchen dieser Ansätze speziell zu achten ist, wurde in mehreren Studien untersucht.
Eine longitudinale Beobachtungsstudie mit 579 Menschen mit Multipler Sklerose (MS) fand, dass es sich bei MS messbar lohnen kann, eine vielschichtige Intervention zur Verbesserung mehrerer Aspekte des Lebensstils durchzuführen und konsequent daran teilzunehmen.
Die Behandlung chronischer Schmerzen mit Medizinalcannabis (THC25:CBD25) erreichte in der klinischen Praxis bei Erkrankungen wie Migräne, Gelenkschmerzen, MS-Schmerz oder diabetischer Neuropathie vielversprechende Linderung der Schmerzen und Verbesserung der Lebensqualität über 6 Monate. Die Studie erfolgte jedoch ohne Kontrollgruppe und konnte keine statistisch belastbaren Ergebnisse liefern.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse fand, dass bisherige Ergebnisse zu aufgabenorientiertem Training vielversprechend sind, aber bislang keine klaren, belastbaren Effekte auf das Gleichgewicht bei MS zeigen. Weitere Studien sind demnach nötig.
Depression ist ein sehr häufiges Thema bei Multipler Sklerose, kann aber auch als eine Fatigue missverstanden werden. Untersuchungen zeigen auf, welche Faktoren eher auf eine Depression deuten, wenn die Stimmung häufiger getrübt ist oder ein anhaltender Antriebs- und Energiemangel besteht, und welche Rolle gute Freundschaften für die Vorsorge spielen.