Von einer Hormontherapie zusätzlich zur postoperativen Strahlentherapie schienen nur Prostatakrebs-Patienten mit höheren PSA-Werten vor der Strahlentherapie zu profitieren. Insgesamt war die zusätzliche Hormontherapie in einem systematischen Review mit Metaanalyse individueller Patientendaten jedoch nicht mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert.
Patienten mit lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakrebs zeigten einen günstigeren Krankheitsverlauf, wenn sie zusätzlich zur perioperativen Hormontherapie Apalutamid statt eines Placebos erhielten. Dies war das Ergebnis einer randomisierten, doppelblinden Phase-3-Studie.
Wissenschaftler untersuchten in einem systematischen Review mit Metaanalyse den Einfluss der Hormontherapie zur Behandlung von Prostatakrebs auf Herzstruktur und -funktion. Während der Hormontherapie konnten Veränderungen festgestellt werden, die auf eine leichte Beeinträchtigung der Herzfunktion mit reduzierter Pumpkraft hinweisen. Weitere Studien sind nötig, um diese Ergebnisse zu prüfen.
Patienten mit nicht-metastasiertem, aggressivem Prostatakrebs, deren PSA-Wert nach radikaler Prostatektomie unter der Nachweisgrenze lag, profitierten nicht von einer Hormontherapie direkt nach der Operation. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler aus Frankreich beim Vergleich von 162 Patienten mit und 163 Patienten ohne sofortige Hormontherapie.
Wissenschaftler verglichen in einer Netzwerk-Metaanalyse verschiedene Behandlungsstrategien bei metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakrebs. Je nach Metastasenlast profitierten die Patienten im Hinblick auf das Gesamtüberleben am stärksten von einer Kombination aus klassischer und neuartiger Hormontherapie entweder mit oder ohne zusätzliches Docetaxel.
Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakrebs konnten im Hinblick auf das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben davon profitieren, wenn sie zusätzlich zur Standardtherapie einen Androgenrezeptor-Inhibitor (ARPI) bekamen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in einer Meta-Analyse.
Bei einem hormonsensitiven Prostatakrebs, der bereits Metastasen gebildet hat, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. In einer Netzwerk-Metaanalyse verglichen Wissenschaftler diese hinsichtlich ihres Risikos für schwere Nebenwirkungen.
Wissenschaftler analysierten neue Daten bezüglich des Gesamtüberlebens von Prostatakrebs-Patienten mit biochemischem Rezidiv. Patienten, die sowohl Leuprorelin als auch Enzalutamid bekamen, hatten gegenüber den Patienten, die nur einen der Wirkstoffe erhielten, einen Überlebensvorteil.
Eine Post-hoc Analyse einer Phase-III-Studie mit 1 150 Patienten zeigte, dass die Intensivierung der systemischen Androgendeprivationstherapie mit zusätzlichem Enzalutamid das Überleben von Prostatakrebspatienten unabhängig davon verlängerte, ob wenige oder viele Metastasen vorlagen.
In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Enzalutamid bei Prostatakrebs mit biochemischem Rezidiv und schnellem PSA-Anstieg untersucht. Für die Studie wurde Enzalutamid mit und ohne ADT mit ADT allein verglichen. Sowohl die Behandlung mit Enzalutamid als auch mit Enzalutamid plus ADT war mit einem längeren metastasenfreien Überleben verbunden als ADT allein. Es ergaben sich keine neuen Fragen zur Sicherheit von Enzalutamid.
Bevor neue Medikamente auf den Markt kommen, werden sie in Hinblick auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit in klinischen Studien genauestens untersucht. Gerade um die Wirksamkeit der potentiellen neuen Medikamente zu testen, sind die Studienleiter auf die freiwillige Teilnahme von Patienten angewiesen. Für die Patienten könnte eine Teilnahme an solchen Studien von Vorteil sein.
Bei einem Krankheitsrückfall kann die 68Ga-PSMA-PET helfen, die verbliebenen Krebszellen aufzuspüren. Wissenschaftler aus der Schweiz stellten fest, dass dies bei den meisten Betroffenen der Fall war. Das führte wiederum dazu, dass bei 60 % der Patienten das therapeutische Vorgehen geändert wurde – weg von der ganzkörperlichen Therapie, hin zu der gezielten Bestrahlung der Metastasen, welche recht gute Ergebnisse lieferte.
Wenn bei Prostatakrebs-Patienten der PSA (prostataspezifisches Antigen)-Wert nach einer Strahlentherapie oder Operation erneut ansteigt, kommt häufig die Hormontherapie zum Einsatz. Hat der Prostatakrebs bereits Metastasen gebildet, kann eine zusätzliche Chemotherapie mit Docetaxel sinnvoll sein. Dies gilt jedoch nicht für Patienten, bei denen noch keine Metastasen nachweisbar sind, wie die vorliegende Studie zeigte.