Für die untenstehenden Krankheitsbilder recherchieren wir die aktuellsten medizinischen Studien zu den neusten Therapien und Heilungsmethoden. Wir prüfen die Studien auf Relevanz und Evidenz, übersetzen sie und fassen sie kompakt zusammen.
Entgleiste Entzündungsprozesse, eine sogenannte Hyperinflammation, gelten nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 als wesentliche Ursache schwerer und tödlicher Verläufe. N-Acetylcystein (NAC) zählt zu den möglicherweise relevanten entzündungshemmenden Substanzen. OP-101 enthält als NAC-Dendrimer NAC in einer besser bioverfügbaren Form. Eine klinische Studie der Phase 2a zeigte nun, dass der Wirkstoff OP-101 ein potenziell wichtiges Therapieelement bei schwerem COVID-19 sein könnte.
Patienten mit einer hämatologischen Krebserkrankung und B-Zell-Depletion haben häufiger schwere, langwierige COVID-19-Verläufe. Die Kombination von Remdesivir zur Hemmung der Virus-Replikation und passiver Immunisierung mittels Konvaleszentenplasma zeigte sich in dieser Studie wirksam und sicher zu Behandlung dieser Patientengruppe.
Eine Vorhersage, welche COVID-19-Patienten früh aus der stationären Behandlung entlassen werden können, wäre eine große Hilfe. Wissenschaftler ermittelten in Spanien anhand von 307 Patienten, welche klinischen Daten und Routine-Laborparameter bei Krankenhausaufnahme mit hoher Sicherheit vorhersagen konnten, für wen eine frühe Entlassung möglich wäre.
Wissenschaftler evaluierten die Wirksamkeit der neutralisierenden Antikörper Casirivimab-Imdevimab und Sotrovimab bei der Delta-Variante des neuen Coronavirus sowohl zueinander als auch im Vergleich zu einer Behandlung ohne Antikörper. Beide Antikörper reduzierten ähnlich gut das Risiko für Hospitalisierung oder Tod bei Patienten mit mild bis moderatem COVID-19. Nach neueren Analysen sind die Antikörper jedoch nicht bei Infektion mit der Omikron-Variante effektiv. Der Einsatz wird daher nicht weiter von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen.
Wissenschaftler gingen nun ersten Hinweisen dazu nach, dass Kopfschmerz bei COVID-19 mit einer positiven Prognose assoziiert sei und womöglich eine Aussage über die Überlebenschancen treffen lässt. Die Analyse über 48 Studien und 43 169 Patienten in stationärer COVID-19-Behandlung zeigte, dass jeder 10. Patient an Kopfschmerz als einem der COVID-19-Symptome litt. Die Überlebenschancen dieser Patienten waren etwa doppelt so hoch wie die der Patienten, die keine Kopfschmerzen hatten.
In Anbetracht der hohen Corona-Prävalenz und des daraus resultierenden Risikos für die sexuelle Gesundheit von Männern, wurde die Wirksamkeit von Tadalafil zur Verbesserung der durch COVID-19 verursachten erektilen Dysfunktion bei Männern in einer klinischen Studie untersucht.
Eine selektive CRP-Apherese ist eine Blutwäsche, die gezielt CRP aus dem Blutplasma entfernt. Eine Fallserie aus Berlin beschrieb 7 Patienten, die eine CRP-Apherese bei schweren COVID-19-Verläufen erhielten. 6 Patienten konnten in gutem klinischen Zustand entlassen werden. Dies demonstrierte eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate, als ohne CRP-Apherese erwartet worden wäre. Die Therapie wird derzeit in kontrollierten Studien geprüft.
Ob die Behandlung mit dem Coronavirus-neutralisierenden Antikörper Sotrovimab auch bei Infektionen mit der Omikron-Variante wirksam ist, war bislang unklar. Die Ergebnisse dieser noch kleinen japanischen Untersuchung deuten auf Sicherheit und eine ungeminderte Wirksamkeit von Sotrovimab bei mild bis moderatem COVID-19 und Risikofaktoren in der Omikron-Ära.
Forscher fassten in einem Review nun das aktuelle Wissen zu möglichen Ursachen von Long-COVID und therapeutischen Optionen zusammen. Ähnlichkeiten zwischen chronischem Fatigue-Syndrom, Fibromyalgie und Long-COVID legen therapeutische Optionen nahe. Neben immunmodulatorischen Ansätzen, die Autoimmuneffekte bremsen könnten, wäre demnach sportliche Betätigung eine vielversprechende Therapie zur Linderung vieler Long-COVID-Symptome.
Regdanvimab (CT-P59) ist ein neutralisierender Antikörper gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 und zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. In einer Analyse über 274 Patienten reduzierte Regdanvimab im Vergleich zu anderen Behandlungen den Anteil der Patienten, die einen schweren, kritischen oder tödlichen Verlauf von COVID-19 entwickelten.
In einer Querschnittsstudie untersuchten Wissenschaftler, wie ausgeprägt sich COVID-19-Patienten im Jahr vor ihrer Diagnose gemäß der mediterranen Diät ernährten und wie schwer ihr COVID-19-Verlauf war. Demnach war die mediterrane Diät mit reduziertem Risiko für schwere Verläufe, geringer ausgeprägte Symptome und raschere Genesung assoziiert.
Die Analyse einer retrospektiven Kohortenstudie auf Basis elektronischer Gesundheitsdaten in den USA zeigte: Nach zwei Impfdosen, also einer vollständigen Coronavirus-Impfung, hatten Personen ein niedrigeres Risiko für die meisten Langzeitfolgen einer Coronavirus-Infektion. Dies zeigte sich insbesondere bei Menschen unter 60 Jahren.
Kann eine ärztlich begleitete Therapiepause bei MS-Behandlung mit Fingolimod eine bessere Immunantwort nach Impfung gegen das neue Coronavirus erreichen? Dies untersuchte eine klinische Studie mit 20 Patienten. Kurze Therapieunterbrechungen besserten die Antikörper-Bildung, jedoch nicht die zelluläre Immunantwort.